Plan für Gebetshaus in Quellengasse sorgt für Debatte
Der türkische Kulturverein ATIB hat der Stadt Dornbirn einen Vorentwurf für den Bau einer Moschee in der Quellengasse vorgelegt. Das Projekt sieht nach Angaben der Stadt Platz für bis zu 400 Personen vor. Der Entwurf wurde bereits vom Stadtplanungsbeirat geprüft. Bürgermeister Markus Fäßler (SPÖ) erklärte in einem Pressegespräch, er wolle die Umsetzung ermöglichen, allerdings nur unter klaren und strikten Bedingungen.
Fäßler machte deutlich, dass jede Religionsgemeinschaft das Recht habe, ein religiöses Gebäude zu errichten. Gleichzeitig müssten aber die Bedürfnisse der Stadt und der Anrainerinnen und Anrainer berücksichtigt werden. In den weiteren Planungen sollen deshalb insbesondere die Auswirkungen auf Lärm, Verkehr und Mobilität sowie die städtebauliche Entwicklung geprüft werden. Die Pläne werden nun vom Verein adaptiert und anschließend erneut der Stadt vorgelegt.
„Das vorliegende Projekt ist aus unterschiedlichen Gründen nicht umsetzbar“,
so Fäßler gegenüber dem ORF Vorarlberg. Er betonte, dass der Bau ein „sehr hohes Diskussionspotenzial“ mit sich bringe und daher frühzeitig die Bevölkerung eingebunden werden müsse. Deshalb setze die Stadt auf einen guten Dialog mit den Bewohnerinnen und Bewohnern, den Anrainern sowie Vertreterinnen und Vertretern von ATIB.
Konkrete Bedingungen und offene Fragen
Der Bürgermeister hat ATIB gebeten, auf sichtbare sakrale Symbole zu verzichten oder diese „klein, aber fein“ zu halten. Weitere Vorgaben, die Stadt und Planungsgremium erwarten, lassen sich aus dem bisherigen Vorgehen ableiten:
- Nachbesserung des Vorentwurfs unter Berücksichtigung städtebaulicher Vorgaben
- Gutachten zu Lärm- und Mobilitätsauswirkungen
- Bürgerbeteiligung und Informationsformate für Anrainer
Die Stadt macht damit klar, dass es nicht allein um die Frage des Bauens geht, sondern um dessen Einbettung in das bestehende Quartier und die Infrastruktur. Konkrete Zeitpläne für die Überarbeitung der Pläne oder für beteiligungsorientierte Formate wurden bislang nicht genannt; der Artikel vermerkt lediglich, dass die Pläne vom Verein adaptiert und wieder vorgelegt werden.
Was das für Dornbirn bedeutet
Für Anrainerinnen und Anrainer sind vor allem die Punkte Verkehr und Lärm von Bedeutung: Ein Zentrum mit Kapazität für bis zu 400 Personen kann an regelmäßigen religiösen Feiertagen und an Freitagsgebeten zu erhöhtem Verkehrsaufkommen und Parkplatzbedarf führen. Auch die städtebauliche Wirkung – etwa Fassadengestaltung, Turmhöhe oder Sichtbarkeit von sakralen Symbolen – spielt eine Rolle bei der Akzeptanz im Quartier.
Die Stadtverwaltung signalisiert, dass sie diese Fragen nicht im Nachhinein, sondern schon in der Planungsphase adressieren will. Für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet das: Sie werden voraussichtlich in die weiteren Schritte eingebunden, wenn ATIB den Plan überarbeitet und erneut einreicht.
| Aspekt | Erwartete Prüfung |
|---|---|
| Kapazität | Platz für bis zu 400 Personen |
| Lärm | Gutachten und Maßnahmen zur Minimierung |
| Verkehr & Mobilität | Analyse zu Zufahrten, Parkplätzen und ÖV-Anbindung |
| Städtebau | Einfügung in das Quartier, Gestaltung, sichtbare Symbole |
In den nächsten Wochen wird es entscheidend sein, wie ATIB auf die Vorgaben reagiert und wie die Stadt eventuelle Beteiligungsformate plant. Solche Prozesse bestimmen oft die weitere Stimmung im Quartier: transparente Information und greifbare Lösungsvorschläge können zur Akzeptanz beitragen, ein fehlender Dialog hingegen Spannungen auslösen.
Für die Dornbirnerinnen und Dornbirner bedeutet das: Wer von den Planungen betroffen ist oder Interesse an der Debatte hat, sollte die städtischen Informationskanäle beobachten und an angekündigten Informationsveranstaltungen teilnehmen, sobald die überarbeiteten Pläne vorliegen.