Praktische Demokratie- und Berufsbildung für Grundschulkinder
Zum ersten Mal ist die Kinderstadt „EN4EVER“ in Weiz zu Gast. Für eine Woche können die Teilnehmenden in einer nachgebauten Stadt verschiedene Berufe ausprobieren, eigene Regeln entwerfen und so das Zusammenleben in einer Gemeinschaft erproben. Das Angebot richtet sich an Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren; beteiligt sind nach Angaben der Veranstalterinnen und Veranstalter rund 200 Kinder.
Auf 25 Stationen – von Gärtnerei und Bäckerei über die Polizeiinspektion bis zur Zeitungsredaktion und zum Rathaus – lernen die Kinder Arbeitsabläufe, Verantwortungsübernahme und Aspekte des wirtschaftlichen Miteinanders. Die Veranstalter beschreiben das Konzept als eine Mischung aus Bildungsangebot und Planspiel: Die Kinder übernehmen Rollen, treffen Entscheidungen und erleben die Konsequenzen ihres Handelns in einem geschützten Rahmen.
Bürgermeisterwahl als zentrales Element
Am zweiten Veranstaltungstag stand die Wahl der Kinderstadt-Bürgermeisterin bzw. des Kinderstadt-Bürgermeisters auf dem Programm. Insgesamt ließen sich 13 Kinder zur Wahl aufstellen und stellten ihre Ideen in kurzen Präsentationen vor. Die Wahl wurde im Beisein mehrerer amtierender BürgermeisterInnen aus der Region abgehalten.
„Ich wünsche allen gute Ideen zum Umsetzen und viel Spaß beim Kennenlernen der Berufe“,
lautete ein Grußwort von Bettina Bauernhofer, Bürgermeisterin von Weiz. Anwesend waren außerdem Christoph Stark, Bürgermeister von Gleisdorf, sowie Wolfgang Moitzi, Nationalrat und Landesvorsitzender der Kinderfreunde Steiermark.
- Teilnehmende Kinder: ca. 200
- Alter: 6–12 Jahre
- Stationen: 25 verschiedene Berufsfelder
- Kandidierende bei der Kinderbürgermeisterwahl: 13
Bedeutung für Familien und Schulen im Bezirk
Das Projekt trifft mehrere lokale Anliegen: Es ergänzt schulische Bildungsangebote durch praktische Erfahrung, fördert soziales Lernen und stärkt demokratische Kompetenzen bereits im Kindesalter. Für Eltern und Schulen im Bezirk Weiz bietet EN4EVER eine Möglichkeit, Kinder außerhalb des regulären Unterrichts in realitätsnahen Situationen zu beobachten und zu fördern. Außerdem entsteht durch die Öffentlichkeit solcher Veranstaltungen ein Bewusstsein für Beteiligung und Verantwortung.
Organisatorisch verlangt ein solches Projekt Zusammenarbeit zwischen Veranstaltern, Kommune und möglichen ehrenamtlichen oder professionellen Betreuerinnen und Betreuern. Für künftige Durchführungen sind Aspekte wie Betreuungspersonalschlüssel, Hygienekonzepte, Ein- und Auslassregelungen sowie die Einbindung örtlicher Vereine und Betriebe relevant.
Kurzdaten zur Veranstaltung
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Veranstaltung | EN4EVER (Kinderstadt) |
| Ort | Weiz |
| Teilnehmende | ~200 Kinder |
| Alter | 6–12 Jahre |
| Stationen | 25 |
| Kandidaten (Bürgermeisterwahl) | 13 |
Für Familien, Schulen und Vereine im Bezirk bietet die Kinderstadt in erster Linie einen praktischen Zugang zu Themen wie Berufsorientierung, Gemeinwesen und politischer Teilhabe. Ob das Format in den kommenden Jahren zu einer regelmäßigen Station in Weiz wird, hängt auch von der Resonanz von Eltern, Schulen und Kommunalpolitik ab.