Deutliche Konzentration von Drogenkriminalität in zwei inneren Bezirken
Die jüngste Suchtmittelstatistik des Bundeskriminalamts weist für Wien insgesamt nur einen leichten Anstieg der Delikte aus – von 5,4 auf 5,5 Delikte pro 1.000 Einwohner zwischen 2024 und 2025. Innerhalb der Stadt lassen sich die Fälle jedoch nicht gleichmäßig verteilen: Mariahilf verzeichnet mit 25,8 Delikten pro 1.000 Einwohner den mit Abstand höchsten Wert unter den Wiener Bezirken.
Konkret stieg die Zahl der Anzeigen in Mariahilf von 489 auf 801 Fälle. Auch in Rudolfsheim‑Fünfhaus wurde ein deutlicher Anstieg registriert: dort erhöhten sich die Anzeigen von 435 auf 697. Diese Konzentration führt zu wachsender politischer und öffentlicher Aufmerksamkeit, weil die Belastung in den betroffenen Grätzeln über dem städtischen Durchschnitt liegt.
Politische Reaktionen und Forderungen
ÖVP‑Bezirksobleute aus Mariahilf und Rudolfsheim‑Fünfhaus sehen in der Entwicklung die Folge einer "jahrelangen Fehlentwicklung der Wiener Drogenpolitik". Sie loben Maßnahmen der Polizei, etwa die Einrichtung einer Schutzzone, halten diese aber für unzureichend, um die Ursachen der Probleme anzugehen.
"Wer jetzt noch behauptet, rund um den Jedmayer gebe es kein massives Konzentrationsproblem, verschließt bewusst die Augen vor der Realität."
Die FPÖ fordert in der Berichterstattung eine noch deutlichere Reaktion und kritisiert die Sicherheitslage rund um das Suchthilfezentrum Jedmayer. Konkrete alternative Maßnahmen oder Umsetzungsschritte wurden in den vorliegenden Stellungnahmen nicht detailliert ausgeführt.
Polizeimaßnahmen und Suchthilfestruktur
Als unmittelbare Reaktion auf die Lage wurde durch die Polizei eine Schutzzone eingerichtet; diese Maßnahme wird von den ÖVP‑Vertretern als sinnvoll, aber nicht ausreichend bewertet. Die Schutzzone soll den Einsatzkräften zusätzliche Möglichkeiten geben, gegen Drogenkriminalität und Belästigungen vorzugehen, ändert allerdings nichts an den strukturellen Fragen rund um Suchthilfe, Versorgung und Prävention.
- Wienweit leichtes Ansteigen der Suchtmitteldelikte: von 5,4 auf 5,5 Delikte pro 1.000 Einwohner.
- Mariahilf deutlich über dem Durchschnitt: 25,8 Delikte pro 1.000 Einwohner; Anzeigenanstieg von 489 auf 801.
- Rudolfsheim‑Fünfhaus: Anzeigenanstieg von 435 auf 697.
Für Bewohnerinnen und Bewohner der betroffenen Bezirke bedeutet das: erhöhte Polizeipräsenz in bestimmten Bereichen, potenzielle Einschränkungen im öffentlichen Raum durch polizeiliche Maßnahmen und eine intensivere politische Debatte über die lokale Suchthilfe. Für die Stadtverwaltung und die Gesundheits- sowie Sozialdienste stellt sich die Frage, wie Versorgung, Prävention und Ordnungsmaßnahmen künftig besser verzahnt werden können.
| Bezirk | Delikte pro 1.000 Einwohner | Anzeigen (2024 → 2025) |
|---|---|---|
| Wien (Durchschnitt) | 5,5 | — |
| Mariahilf | 25,8 | 489 → 801 |
| Rudolfsheim‑Fünfhaus | — | 435 → 697 |
Die vorliegenden Zahlen stammen aus der Suchtmittelstatistik des Bundeskriminalamts und aus öffentlichen Stellungnahmen der Bezirks-ÖVP. Konkrete Vorschläge für einen längerfristigen politischen Kurswechsel oder für Änderungen in der Suchthilfelandschaft wurden bisher nur in allgemeinen Forderungen geäußert; detaillierte Konzepte liegen in der vorliegenden Berichterstattung nicht vor.