Sanierungsverfahren für zwei Studentenheime in der Nähe des FH-Campus
Für die beiden Wohnanlagen nahe dem City Campus der FH Wiener Neustadt — die Campus Residence Ungargasse und die Campus Residence Grünangergasse — wurde jeweils ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht Wiener Neustadt beantragt. Laut den Angaben von Creditreform und AKV Europa belaufen sich die zusammengefassten Passiva auf mehr als zehn Millionen Euro. Eine Fortführung des Betriebes ist angestrebt.
Betroffene Standorte, Einheiten und Verbindlichkeiten
Die beiden Objekte befinden sich in unmittelbarer Nähe zum FH-City-Campus und waren ursprünglich Gemeindebauten, die 2018 an die AREA Bau GmbH verkauft wurden. Die Struktur der offenen Forderungen gliedert sich wie folgt:
- Ungargasse 9: 67 Einheiten, Verbindlichkeiten von rund 6 Mio. Euro.
- Grünangergasse: 62 Einheiten, Passiva von etwa 4,5 Mio. Euro.
- Insgesamt sind 13 bzw. 10 Gläubiger betroffen; zusammen sind fünf Dienstnehmer involviert.
| Standort | Einheiten | Passiva (ca.) |
|---|---|---|
| Ungargasse 9 | 67 | 6.000.000 € |
| Grünangergasse | 62 | 4.500.000 € |
Ursachen und Auswirkungen auf Mieter
Als Gründe für die finanzielle Schieflage werden steigende Energie-, Betriebs- und Finanzierungskosten angeführt, die nicht in ausreichendem Maße an die Mieter weitergegeben worden seien. Zur Erhöhung der Auslastung wurden zuletzt vermehrt Einheiten in Kurzzeitvermietung angeboten. Dort habe sich das Preisniveau jedoch deutlich verringert, was die Einnahmesituation zusätzlich belastet habe. Kreditschützer berichten zudem von anhängigen Rechtsstreitigkeiten mit Mietern.
Vorschlag an Gläubiger und künftige Geschäftsstrategie
Den Gläubigern wird jeweils eine Quote von 20 Prozent angeboten, zahlbar binnen zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans. Außerdem ist vorgesehen, die bisherige Vermietung an Studierende einzustellen; künftig sollen die beiden Objekte ausschließlich über Kurzzeitvermietung betrieben werden. Eine solche Umstellung verändert den lokalen Wohnungsmarkt rund um den FH-Campus und kann Auswirkungen auf das Angebot an leistbaren Dauerwohnplätzen für Studierende haben.
Was das für Wiener Neustadt bedeutet
Die Verfahren betreffen unmittelbar mehrere Gruppen in Wiener Neustadt: die betroffenen Mieter, potenzielle Kurzzeitgäste, die Gläubiger sowie den Campusbereich der FH. Für Studierende könnte das Angebot an regulären Wohnplätzen in unmittelbarer Campusnähe zurückgehen, sollten die beiden Häuser tatsächlich dauerhaft auf Kurzzeitvermietung umgestellt werden. Für Gläubiger und Dienstnehmer sind die finanziellen Folgen durch die niedrige angebotene Quote und die geringe Zahl an Beschäftigten überschaubar, jedoch recht konkret.
Die Anträge auf Sanierungsverfahren sind beim Landesgericht Wiener Neustadt anhängig; nähere Details zu Zeitplan oder Aktenzahlen wurden in den vorliegenden Meldungen nicht angegeben.
Wichtige Fakten in Kürze:
- Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung für zwei Campus Residences beantragt.
- Passiva gesamt: mehr als 10 Mio. Euro.
- Geplante Umstellung: Wegfall der Vermietung an Studierende, ausschließliche Kurzzeitvermietung.