Ausrichtung auf Nachhaltigkeit: Zwei neue Partnerbetriebe im Biosphärenpark
Am 28. Juli 2026 wurden in Judenau-Baumgarten zwei lokale Pilzproduzenten als Biosphärenpark Wienerwald-Partnerbetriebe ausgezeichnet. Die Ehrung überreichten Biosphärenpark-Direktor Andreas Weiß und der Bürgermeister der Gemeinde, Georg Hagl, an Michael Doppler (Aurum Fungi) sowie Thomas Huber und Isabella Köhler (pilz∙manufaktur). Damit erweitert sich das Netzwerk der Partnerbetriebe um zwei Betriebe aus dem Bezirk Tulln.
Wie wird produziert — und warum ist das relevant?
Beide Unternehmen teilen sich einen Betriebs- und Produktionsstandort in Judenau-Baumgarten und züchten verschiedene Bio-Speisepilze in hochwertigen, umgebauten und gekühlten Schiffscontainern. Unter den Kulturen ist auch der Igelstachelbart, ein Pilz, dessen naher Verwandter zwar natürlicherweise im Wienerwald vorkommt, dort aber als Totholz-Zersetzer bedroht ist und nicht gesammelt werden darf. Die kontrollierte Zucht bietet somit eine naturverträgliche Alternative für Pilzliebhaberinnen und -liebhaber.
Regionale Kreislaufwirtschaft in der Praxis
Die Produktion ist in mehrere lokale Nachhaltigkeitsmaßnahmen eingebettet: Die Energieversorgung für die Pilzzucht erfolgt durch eine Photovoltaikanlage auf dem gegenüberliegenden Auberghof, die damit erneuerbare Sonnenenergie bereitstellt. Zudem wird das verbrauchte Pilzsubstrat nicht entsorgt, sondern an die Schweine des Auberghofs verfüttert — eine Form der stofflichen Rückführung organischer Reststoffe in die Landwirtschaft.
- Standort: Judenau-Baumgarten (gemeinsamer Betriebs- und Produktionsstandort)
- Produkte: verschiedene Bio-Speisepilze, darunter Igelstachelbart
- Energie: Photovoltaik vom Auberghof
- Substratnutzung: Weiterverfütterung an Schweine
- Verkaufsstellen: Hofladen Judenau-Baumgarten, Hofladen Wien-Hernals, samstags am Wiener Alszeilenmarkt
Was bedeutet die Auszeichnung für den Bezirk Tulln?
Die Aufnahme in das Netzwerk der Biosphärenpark-Partnerbetriebe ist mehr als ein Qualitätssiegel: Sie dokumentiert die Verbindung von ökologischer Produktion und regionaler Wertschöpfung. Für Konsumentinnen und Konsumenten im Bezirk Tulln bedeutet das konkretere Auswahl an regional erzeugten Bio-Pilzen in Hofläden und auf Märkten. Für landwirtschaftliche Betriebe kann das Modell Kooperationen anregen, wie sie Energie, Nährstoffkreislauf und Direktvermarktung verbinden.
| Aspekt | Konkretes |
|---|---|
| Partnerbetriebe | Aurum Fungi; pilz∙manufaktur |
| Produktionsform | Bio-Pilzzucht in gekühlten Schiffscontainern |
| Regionale Vernetzung | Strom von Auberghof-PV; Substrat für Schweinefütterung |
| Verkauf | Hofläden (Judenau-Baumgarten, Wien-Hernals), Wiener Alszeilenmarkt |
Die Auszeichnung steht zudem für die Einhaltung von Kriterien, die Partnerbetriebe des Biosphärenparks erfüllen müssen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher im Bezirk ist das ein Indiz für geprüfte, nachhaltige Produktion in der Region.
Insgesamt zeigt der Fall von Aurum Fungi und der pilz∙manufaktur, wie technologische Lösungen (umgebaute Kühlcontainer, Photovoltaik) und agrarische Kreislaufwirtschaft (Verwertung von Substratresten) kombiniert werden können, um lokal erzeugte, umweltverträgliche Lebensmittel bereitzustellen. Solche Initiativen stärken die regionale Versorgung und können als Vorbild für weitere Betriebe im Bezirk dienen.