Der langjährige Gasthof Kirchenwirt in Gnesau steht nach einer Zwangsversteigerung weiterhin ohne konkrete Perspektive da. Anfang Mai wurde das Anwesen im Bezirksgericht Feldkirchen unter den Hammer gebracht; den Zuschlag erhielt die Raiffeisenbank Nockberge, die für das Objekt 135.650 Euro zahlte. Bislang sind noch keine Eintragungen im Grundbuch erfolgt, und sichtbare Maßnahmen am Gebäude beschränken sich auf erste Instandsetzungsprüfungen.
Was bisher geschah
Der Traditionsgasthof, zuletzt von einem Ehepaar geführt, wurde im Herbst 2024 geschlossen. Der ehemalige Besitzer, ein niederländischer Eigentümer, konnte offene Forderungen nicht begleichen, weshalb das Bezirksgericht die Zwangsversteigerung veranlasste. Bei der Auktion gab es zwar einen Mitbieter, dieser hatte jedoch die erforderlichen Unterlagen nicht vorgelegt, woraufhin die Bank den Zuschlag erhielt.
„Aktuell ist es so, dass wir das Haus an der einen oder anderen Stelle in Schuss bringen.“
Dieser Satz stammt von Michael Dabringer, Vorstand der Raiffeisenbank Nockberge. Er betont zugleich, dass Gespräche mit Interessenten geführt wurden und jene Gesprächspartner eine gastronomische Nutzung des Hauses anstreben.
Konkrete Auswirkungen für Gnesau
- Der Pachtvertrag für den Gemeindekultursaal war zuletzt an den Kirchenwirt gebunden; Veranstaltungen wie Hochzeiten und Feiern sind daher betroffen.
- Die Wiederinbetriebnahme des Gasthauses hätte Bedeutung für den lokalen Tourismus rund um Gnesau und die Nahversorgung im Ort.
- Arbeitsplätze, die mit einer Wiedereröffnung einhergingen, sind aktuell nicht gesichert.
Gnesaus Bürgermeister Erich Stampfer (ÖVP) wurde offenbar über die Situation informiert und hofft auf eine schnelle Lösung, vorzugsweise mit gastronomischem Konzept. Konkrete Zeitpläne oder verbindliche Zusagen seitens der Bank oder potenzieller Käufer liegen jedoch nicht vor.
| Datum | Ereignis | Beteiligte / Betrag |
|---|---|---|
| Herbst 2024 | Schließung des Hauses | Letzte Betreiber: Ehepaar |
| Anfang Mai 2026 | Zwangsversteigerung | Raiffeisenbank Nockberge – 135.650 Euro |
Was jetzt zu erwarten ist
Die Bank hat angekündigt, zunächst notwendige Überprüfungen und kleinere Instandhaltungsarbeiten vorzunehmen. Ein endgültiger Eigentumsübergang ist noch nicht im Grundbuch vermerkt, weshalb rechtliche Schritte und weitere Verhandlungen Zeit benötigen. Für Anrainer und Veranstalter bleibt wichtig:
- Bei geplanten Events sollten alternative Räumlichkeiten in der Umgebung geprüft werden, bis Klarheit über die Nutzung des Kultursaals besteht.
- Interessenten für eine Übernahme sollten sich mit der Raiffeisenbank Nockberge in Verbindung setzen, da die Bank Gespräche bestätigt hat.
- Die Gemeinde wird weiterhin informiert; es bleibt Aufgabe der Kommunalpolitik, auf eine Nutzung zu drängen, die lokale Bedürfnisse berücksichtigt.
Solange weder ein Käufer noch ein verbindliches Nutzungskonzept bekannt sind, bleibt die Zukunft des Kirchenwirts offen. Für Gnesau geht es dabei nicht nur um ein Gebäude, sondern um einen Ort mit wirtschaftlicher, kultureller und sozialer Bedeutung für die Gemeinde und die Region.