Land will Auslastung der Linz–Frankfurt-Verbindung steigern
Das Land Oberösterreich hat in einem internen Schreiben seine Bediensteten ersucht, Dienstreisen künftig, sofern dies nicht unmöglich oder sehr unwirtschaftlich wäre, über den Flughafen Linz-Hörsching und dort insbesondere über die Verbindung nach Frankfurt zu buchen. Ziel der Initiative ist es, die Auslastung dieser Strecke zu verbessern und so die Bedeutung des regionalen Flughafens zu stärken.
Gleichzeitig zeigen Recherchen, dass in der Praxis viele Dienstreisen dennoch über andere Flughäfen organisiert werden. Als Gründe werden vor allem längere Reisezeiten und höhere Kosten bei bestimmten Zielen genannt.
Konkrete Beispiele und Probleme
Immer wieder wurden in jüngster Zeit Dienstreisen der Landesverwaltungen und auch von Wirtschaftsgremien teilweise oder ganz über Alternativrouten gebucht, unter anderem nach Krakau, London, Marokko und China. Ein konkretes Beispiel macht die Schwierigkeiten deutlich: Für eine zweitägige Reise der oberösterreichischen Banken-Sparte nach London im Oktober würde ein Abflug ab Linz über Frankfurt laut Angaben rund zehn Stunden dauern; ab Salzburg ist dieselbe Reise in etwa dreieinhalb Stunden möglich und zudem günstiger.
„Es handle sich nicht um eine Verpflichtung zur Dienstreise über Linz-Frankfurt. Man bemühe sich um eine ‚bevorzugte Nutzung‘ der Verbindung“,
betont das Büro von Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner auf Nachfrage. Demnach werde bei jeder Dienstreise individuell geprüft, ob die Verbindung über Frankfurt sinnvoll sei; falls nicht, solle auf Alternativen ausgewichen werden.
Reaktionen und Bewertung
Der Luftfahrtexperte Kurt Hofmann sieht kurzfristig keine Aussicht, dass sich die Anschlussmöglichkeiten in Frankfurt für Linz nennenswert verbessern. Die Oppositionsseite meldete Kritik an — Kaineder wertete das Vorgehen als ein „Eingeständnis mangelnder Nachfrage“ für den Flughafen Linz-Hörsching.
- Für die Region: Eine bessere Auslastung des Flughafens kann Arbeitsplätze sichern und die Erreichbarkeit von Unternehmen erhöhen.
- Für Dienstreisende: Zeit- und Kostenkalkülen bleiben maßgeblich; längere Reisezeiten oder teurere Verbindungen führen regelmäßig zu Abweichungen von der Empfehlung.
- Für die Verwaltung: Die Maßnahme ist als Empfehlung formuliert und kein verpflichtendes Buchungsgebot.
Was bedeutet das konkret für Reisende im Bezirk Linz-Land?
Bedienstete müssen künftig prüfen, ob eine Buchung über Linz-Hörsching wirtschaftlich und zeitlich vertretbar ist. Bei Zielen mit ungünstigen Flugverbindungen oder deutlich besseren Alternativen ab anderen Flughäfen sind Ausnahmen vorgesehen. Für Pendler und Geschäftsreisende im Bezirk bleibt die praktische Relevanz davon abhängig, wie oft sich die Dienstreiseziele und Flugverbindungen mit dem Angebot am Flughafen Linz decken.
| Aspekt | Situation |
|---|---|
| Zielorte | Krakau, London, Marokko, China (teilweise alternative Buchungen) |
| Beispiel London | Ab Linz über Frankfurt: ca. 10 Stunden; ab Salzburg: ca. 3,5 Stunden |
| Vorgehen des Landes | Empfehlung zur „bevorzugten Nutzung“ der Linz–Frankfurt-Verbindung; keine Verpflichtung |
Ob diese Empfehlung langfristig zu einer spürbaren Verbesserung der Auslastung und damit zu stabileren Verbindungen ab Linz führt, hängt laut Expertenmeinung maßgeblich von den Anschlussmöglichkeiten in Frankfurt, den Preisen und der Reisezeit ab. Für Reisende aus dem Bezirk Linz-Land bleibt die wichtigste Orientierung, vor jeder Dienstreise die Gesamtreisezeit und die Kosten verschiedener Abflugorte zu vergleichen.