Premiere im Hof des Schlosses Rothschild
Die Volksbühne Waidhofen eröffnete am 10. Juli die diesjährigen Schlosshofspiele mit einer Bühnenfassung von „Das Gespenst von Canterville“ im stimmungsvollen Hof des Schlosses Rothschild. Die Produktion setzt weniger auf Nostalgie als auf Tempo und moderne Satire und richtet den Blick der bekannten Oscar-Wilde-Erzählung neu aus.
Regie und Neuinterpretation
Die Bühnenfassung stammt von Uschi Nocchieri, die das Stück eigenständig überarbeitet hat. Ihre Version verleiht der amerikanischen Familie einen deutlichen Bezug zu Hollywood und Disney, wodurch aus der Vorlage keine bloße Aktualisierung, sondern eine eigenständige, pointierte Komödie wird. Kritische Töne gegenüber Traditionen und Esskultur treten neben den komödiantischen Elementen deutlich hervor.
Ensemble und Rollen
Die Aufführung lebt von einer geschlossenen Ensembleleistung. Im Zentrum steht Otmar Pils als Sir Simon; seine Darstellung verbindet würdevollen Geisteshauch mit komödiantischem Timing und zeigt zugleich die tragische Seite der Figur. Thomas Krall gibt den selbstbewussten amerikanischen Disney-Manager und setzt damit markante, moderne Akzente. Astrid Tanzer spielt Caroline mit Eleganz und Charme, während Amelie Zamarin als Virginia durch Natürlichkeit und emotionale Glaubwürdigkeit auffällt.
Weitere Mitwirkende und Besetzung
Zum Ensemble gehören außerdem: Julia Bader, Laurin Hofer, Hanno Franenberg, Samuel Tanzer, Sabine Halbwirth sowie Katharina Buschek in der Rolle der Babette Cremebrulet. Die Inszenierung legt Wert auf Situationskomik und einen frischen Zugang zur Vorlage.
- Premiere: 10. Juli, Schloss Rothschild (Schlosshof)
- Inszenierung: Bühnenfassung/Regie Uschi Nocchieri
- Geplante weitere Vorstellungen: zehn Aufführungen
Bedeutung für das lokale Kulturleben
Die Aufführung stärkt das sommerliche Kulturangebot in Waidhofen an der Ybbs und zieht Theaterinteressierte in den historischen Schlosshof. Für Besucherinnen und Besucher bietet sich die Gelegenheit, klassische Literatur in einer zugänglichen, zeitgemäßen Variante zu erleben. Die Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und Schauspielkunst spricht ein breites Publikum an und unterstreicht die Rolle der Volksbühne als zentraler Träger des lokalen Amateurtheaters.
| Rolle / Funktion | Schauspieler/in |
|---|---|
| Sir Simon | Otmar Pils |
| Virginia | Amelie Zamarin |
| Caroline | Astrid Tanzer |
| „Disney-Manager“ (amerikanische Figur) | Thomas Krall |
| Babette Cremebrulet | Katharina Buschek |
Besucherinnen und Besucher, die an einer der insgesamt elf angekündigten Aufführungen teilnehmen möchten, finden Möglichkeiten, die Verbindung von klassischer Vorlage und zeitgenössischer Interpretation in einer lebendigen Freilichtatmosphäre zu erleben.