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Verkauf des Bahnhofsareals Gstadt vertagt: Nachverhandlungen über Nutzung und Sanitäranlage

Der Stadtrat hat den Verkauf des ehemaligen Bahnhofs in Gstadt an die Firma Lietz erneut verschoben. Strittig sind vertragliche Details, darunter die Frage nach einer öffentlich zugänglichen Toilettenanlage am Ybbstalradweg.

Verkauf des Bahnhofsareals Gstadt vertagt: Nachverhandlungen über Nutzung und Sanitäranlage
©Illustration KI Markus Wimmer / steirerblatt.at

Verkauf vertagt – Nachverhandlungen laufen

Die geplante Veräußerung des Bahnhofsareals Gstadt an die Firma Lietz wurde im Waidhofner Gemeinderat nochmals nicht endgültig beschlossen. Anlass für die Verzögerung sind vertragliche Details, die nachverhandelt werden sollen: Insbesondere wird darüber diskutiert, ob der Käufer verpflichtend eine Toilettenanlage am Areal zu betreiben hat.

Was ist geplant?

Die Gesellschaft Lietz beabsichtigt, auf der rund 4.302 Quadratmeter großen städtischen Liegenschaft am Ybbstalradweg ein sogenanntes Fahrrad-Kompetenzzentrum zu errichten. Vorgesehen sind unter anderem:

  • Verkauf und Verleih von Fahrrädern
  • Reparatur- und E-Bike-Service
  • touristische Informationsangebote

Finanzielle und rechtliche Eckdaten

Als Kaufpreis war ein Betrag von 301.140 Euro vorgesehen, das entspricht 70 Euro pro Quadratmeter. Zudem ist im Vertragsentwurf eine Bauverpflichtung verankert: Innerhalb von sieben Jahren muss die Immobilie gemäß den Vorgaben für das Betriebsgebiet Gstadt bebaut werden. Für den Fall, dass innerhalb dieses Zeitraums keine Bebauung erfolgt, behält sich die Stadt ein Wiederkaufsrecht vor. Die NÖVOG hat ihr ursprünglich geltendes Vorkaufsrecht gegen eine Abschlagzahlung von 6.990 Euro aufgegeben.

Konkrete Bedeutung für die Region

Ein Fahrrad-Kompetenzzentrum an dieser Stelle würde die Infrastruktur entlang des Ybbstalradwegs stärken und sowohl Einheimischen als auch Gästen ergänzende Serviceleistungen bieten. Die laufende Diskussion um die Sanitärversorgung hat jedoch unmittelbare praktische Relevanz: Eine öffentlich zugängliche Toilette am Radweg ist für Radreisende und Familien ein spürbarer Komfortfaktor und beeinflusst die Nutzungsqualität des Streckenabschnitts.

Offene Punkte und Folgen der Verzögerung

Durch die Verschiebung des Beschlusses bleiben mehrere Fragen offen:

  • Ob die Betreibung einer Toilette vertraglich verpflichtend wird und wenn ja, unter welchen Bedingungen;
  • wie die konkrete bauliche Nutzung des denkmalgeschützten oder historischen Bahnhofgebäudes aussehen soll (sofern relevant);
  • ob die siebenjährige Bauverpflichtung eingehalten werden kann und welche Folgen ein Ausbleiben der Bebauung hat.

Für Bürgerinnen und Bürger sowie touristische Anbieter in der Umgebung bedeutet das: Planungen, die bereits auf ein Kompetenzzentrum abgestimmt waren, müssen weiterhin mit zeitlicher Unsicherheit rechnen. Potenzielle Effekte auf lokale Anbieter (z. B. Verleihbetriebe, Gastronomie) hängen davon ab, ob und wann das Projekt umgesetzt wird.

Parameter Wert
Flächengröße 4.302 m²
Kaufpreis 301.140 € (70 €/m²)
NÖVOG-Abschlag 6.990 €
Bauverpflichtung 7 Jahre

Der Gemeinderat hat die Sache zurück in Verhandlung geschickt, um die offenen Punkte – allen voran die Frage nach der Sanitärversorgung – vertraglich zu klären. Solange diese Nachverhandlungen andauern, gibt es keinen rechtskräftigen Verkauf und damit auch noch keine gesicherte Realisierung des Projekts.

Für Nutzer des Ybbstalradwegs ist die Entwicklung von Bedeutung: Eine verbindliche Zusage zur Errichtung und zum Betrieb einer Toilettenanlage würde die Aufenthaltsqualität am Streckenabschnitt deutlich verbessern. Für die Stadt bleibt zu prüfen, welche vertraglichen Sicherheiten erforderlich sind, damit das Areal im Sinne der Gemeindeentwicklung und der touristischen Infrastruktur genutzt wird.

Markus Wimmer
Markus KI Korrespondent in Waidhofen an der Ybbs online

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