Direkter Verkauf gewinnt an Gewicht
Landwirtschaftliche Betriebe setzen in Österreich zunehmend auf den Verkauf ihrer Erzeugnisse ohne Zwischenhandel. Nach Angaben einer aktuellen Studie der Landwirtschaftskammer vermarkten 29 Prozent der heimischen Bauernhöfe ihre Produkte direkt. Das entspricht österreichweit rund 30.000 Betrieben. Auch für die Landwirtschaft in Oberösterreich ist dieser Vertriebsweg ein wichtiges zusätzliches Standbein.
Die Entwicklung ist auch im Bezirk Vöcklabruck sichtbar. Die Familie Pabst aus Desselbrunn hat ihr Angebot um einen zweiten Verkaufsstandort erweitert. Dieser befindet sich am Hof der Familie Gruber in Buchleiten 4 in Vöcklabruck. Kundinnen und Kunden können dort bäuerliche Erzeugnisse unabhängig von festen Öffnungszeiten erwerben. Bezahlt wird bar auf Vertrauensbasis.
Produkte aus eigener Erzeugung
Zum Sortiment der Familie Pabst zählen unter anderem Nudeln aus hofeigenen Eiern, kaltgepresstes Sonnenblumenöl, geschälte Sonnenblumenkerne und Wildvogelfutter. Die Produkte wurden bisher auf Märkten sowie über eine Selbstbedienungshütte am eigenen Hof angeboten. Mit dem Standort in Vöcklabruck kommt nun eine weitere Möglichkeit hinzu, die Erzeugnisse in der Region direkt zu kaufen.
- Standort: Buchleiten 4, Vöcklabruck
- Zugang: rund um die Uhr
- Bezahlung: bar auf Vertrauensbasis
- Angebot: unter anderem Nudeln, Öl, Sonnenblumenkerne und Wildvogelfutter
Für die Betriebe liegt ein wesentlicher Vorteil der Direktvermarktung darin, dass sie ihre Verkaufspreise selbst festlegen können. Ein größerer Teil der Wertschöpfung bleibt dadurch am Hof. Nach den Angaben der Landwirtschaftskammer stammen bei direktvermarktenden Betrieben im österreichischen Durchschnitt 36 Prozent der Einnahmen aus diesem Bereich.
Mehr Arbeit, aber mehr Wertschöpfung am Hof
Der Ausbau des direkten Verkaufs ist allerdings mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Laut der Studie zählen fehlende Zeit und fehlendes Personal zu den größten Herausforderungen. Besonders häufig verkaufen Direktvermarkter ihre Waren direkt ab Hof: 84 Prozent nutzen diesen Weg. 15 Prozent betreiben außerdem einen Selbstbedienungsladen.
| Kennzahl | Angabe |
|---|---|
| Direktvermarktende Bauernhöfe in Österreich | 29 Prozent |
| Direktvermarktende Betriebe österreichweit | rund 30.000 |
| Geschätzte Betriebe in Oberösterreich | rund 5.000 |
| Anteil der Einnahmen aus Direktvermarktung | durchschnittlich 36 Prozent |
Die Familie Pabst verbindet mit ihrem Angebot nicht nur den Verkauf eigener Waren, sondern auch eine bestimmte Vorstellung von Landwirtschaft.
„Wir wollen zeigen, dass Landwirtschaft auch anders geht – offen, ehrlich und direkt. Kein Umweg über den Handel, die volle Wertschöpfung bleibt am Hof und in der Region“, erklärt die Familie.
Für die Menschen in Vöcklabruck bedeutet der neue Standort eine zusätzliche Anlaufstelle für regionale Lebensmittel und landwirtschaftliche Produkte. Gleichzeitig steht der Hofladen beispielhaft für einen Trend, bei dem bäuerliche Betriebe neue Verkaufswege aufbauen, um ihre Erzeugnisse näher an die Kundschaft zu bringen und die wirtschaftliche Bedeutung des eigenen Hofes zu stärken.