Am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck laufen die Vorbereitungen für ein Entwicklungsmedizinisches Zentrum (EMZ), das als zentrale Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsauffälligkeiten, chronischen Erkrankungen oder komplexen medizinischen Fragestellungen dienen soll. Das Projekt ist Teil des vom Land Oberösterreich und der Österreichischen Gesundheitskasse vorgestellten Entwicklungsmedizinischen Netzwerks, das im Dezember 2025 präsentiert wurde.
Ziel: gebündelte, interdisziplinäre Versorgung
Im geplanten EMZ sollen medizinische, therapeutische und sozialpädiatrische Angebote an einem Ort zusammengeführt werden. Vorgesehen sind unter anderem interdisziplinäre Entwicklungsdiagnostik und die Erstellung individueller Therapiepläne sowie eine enge Kooperation mit Familien, Schulen und regionalen Partnern. Damit soll die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit komplexen Bedürfnissen im Bezirk deutlich koordiniert und erleichtert werden.
Erfahrungen aus Regensburg als Vorbild
Für die konkrete Planung suchte das Team um Dr. Dieter Furthner, Leiter der Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde am Klinikum, fachlichen Austausch in Deutschland. Eine Delegation besuchte ein sozialpädiatrisches Zentrum in Regensburg, dessen Angebot mit dem eines EMZ vergleichbar ist. Dabei standen Abläufe, Organisationsformen und praktische Erfahrungen im Mittelpunkt.
„Die Erfahrungen aus Regensburg sind für uns von unschätzbarem Wert. Sie zeigen, wie ein modernes EMZ funktionieren kann und welche Strukturen notwendig sind, um Kinder und Jugendliche bestmöglich zu unterstützen“,
betont Dr. Furthner.
Zeithorizont und Bedeutung für die Region
Das Projekt ist in das oberösterreichische Netzwerk eingebettet; der Baustart in Vöcklabruck ist für das Jahr 2027 vorgesehen. Für Familien im Bezirk bedeutet das mittelfristig bessere Erreichbarkeit spezialisierter Diagnostik und Therapie ohne weite Wege. Eine zentrale Anlaufstelle verspricht zudem kürzere Abstimmungswege zwischen Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie pädagogischen Einrichtungen.
- Wer: Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck / Abteilung Kinder- und Jugendheilkunde
- Was: Entwicklungsmedizinisches Zentrum (EMZ) mit interdisziplinärer Diagnostik und Therapie
- Inspiration: Fachbesuch in Regensburg
- Zeitplan: Präsentation des Netzwerks Dezember 2025; Baustart geplant 2027
| Aspekt | Stand |
|---|---|
| Netzwerk | Land OÖ und Österreichische Gesundheitskasse |
| Fachlicher Input | Sozialpädiatrisches Zentrum Regensburg |
| Geplanter Baustart | 2027 |
Welche konkreten Leistungen, Räumlichkeiten und Personalressourcen das EMZ vor Ort umfassen wird, steht in den weiteren Planungsphasen noch zu präzisieren. Wichtig für Eltern und Schulen im Bezirk ist, dass das Zentrum als regionale Koordinationsstelle gedacht ist — ein Schritt, der die Versorgungssicherheit für Kinder mit komplexen Gesundheitsbedarfen verbessern soll.
Die nächsten Monate werden zeigen, wie rasch konkrete Umsetzungspläne, Finanzierung und bauliche Schritte folgen. Bis zum Baustart 2027 bleibt die Projektkoordination eine zentrale Aufgabe des Klinikums und der beteiligten Gesundheitsbehörden.