Vertrag schafft Abnahme für geplante Anlage
Der Grazer Gemeinderat hat den Weg für eine langfristige Abnahme von Wärme aus dem geplanten Sonnenspeicher Süd freigemacht. Beschlossen wurde ein Wärmeliefervertrag zwischen der Energie Graz und der Energie Steiermark Wärme GmbH. Damit soll sichergestellt werden, dass die Stadt Graz über Jahrzehnte hinweg auf eine größere Menge erneuerbarer Wärme zugreifen kann.
Der geplante Speicher liegt in einem ehemaligen Steinbruch im Gemeindegebiet von Dobl-Zwaring, südlich von Graz. Vorgesehen ist ein saisonales Speichersystem mit einem Volumen von rund 1,5 Millionen Kubikmetern Wasser. Die im Sommer gewonnene Sonnenwärme soll über längere Zeit gespeichert und in der kalten Jahreszeit in das Grazer Fernwärmenetz eingespeist werden.
Wärmeversorgung soll unabhängiger werden
Für die Stadt Graz steht dabei vor allem die künftige Versorgungssicherheit im Mittelpunkt. Die Wärmeversorgung soll weniger von Erdgas und internationalen Krisen abhängig sein. In der politischen Begründung wird außerdem das Ziel genannt, das Heizen für die Grazer Bevölkerung langfristig leistbar zu halten. Der Speicher könnte nach Angaben der Projektbefürworter dazu beitragen, den Anteil fossiler Energie zu senken und regionale erneuerbare Wärme stärker zu nutzen.
„Unsere Wärmeversorgung soll unabhängiger von Erdgas und internationalen Krisen werden.“
Der konkrete Nutzen für die Menschen im Bezirk Graz-Umgebung liegt zunächst vor allem am Standort und an der möglichen regionalen Bedeutung des Projekts. Dobl-Zwaring würde Teil einer Infrastruktur werden, die auf die Wärmeversorgung der Landeshauptstadt ausgerichtet ist. Zugleich handelt es sich weiterhin um ein Vorhaben, dessen Umsetzung noch bevorsteht. Im vorliegenden Beschluss geht es um die langfristige Vereinbarung zur Wärmeabnahme, nicht um eine bereits laufende Einspeisung.
Kritik bleibt bestehen
Die Zustimmung im Grazer Gemeinderat beendet die öffentliche Debatte nicht. Während die Projektwerber den Vertrag als wichtigen Schritt für eine erneuerbare und stabilere Wärmeversorgung begrüßen, sehen Kritiker die Entwicklung deutlich skeptischer. Sie haben sich inzwischen auch an den Bundesrechnungshof gewandt. Welche Folgen diese Befassung für das Projekt oder den beschlossenen Vertrag haben könnte, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Die zentralen Eckpunkte der aktuellen Entscheidung:
- Die Stadt Graz hat dem langfristigen Wärmeliefervertrag zugestimmt.
- Vertragspartner sind die Energie Graz und die Energie Steiermark Wärme GmbH.
- Der geplante Speicher in Dobl-Zwaring soll Sonnenwärme saisonal vorhalten und später in das Grazer Fernwärmenetz liefern.
- Kritiker haben den Bundesrechnungshof eingeschaltet.
Projekt mit überregionaler Wirkung
Der Sonnenspeicher Süd ist seit mehreren Jahren Gegenstand der Diskussion. Geplant ist ein Speicher, der Sonnenenergie nicht nur unmittelbar, sondern auch über mehrere Monate hinweg nutzbar machen soll. Damit würde das Projekt eine Verbindung zwischen dem Bezirk Graz-Umgebung als Standort und Graz als Abnehmer herstellen. Ob und wann die Anlage tatsächlich in Betrieb gehen kann, ist nach dem derzeit vorliegenden Informationsstand offen. Fest steht lediglich: Mit dem Gemeinderatsbeschluss hat Graz die langfristige Abnahme der vorgesehenen Wärme politisch und vertraglich abgesichert.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Standort | Dobl-Zwaring, ehemaliger Steinbruch |
| Geplantes Speichervolumen | rund 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser |
| Abnehmer | Grazer Fernwärmenetz |
| Aktueller Schritt | Beschluss eines langfristigen Wärmeliefervertrags |