Premiere vor ungewöhnlicher Kulisse
Bei den Tiroler Volksschauspielen in Telfs feierte das Theaterstück „Feuernacht” von Felix Mitterer am Donnerstagabend seine Uraufführung. Regie führte Thomas Gassner. Die Inszenierung wurde im Freien in einem sich im Abriss befindlichen Gebäudekomplex der ehemaligen Südtiroler Siedlung gezeigt; das Areal diente als prägnante, schmucklose Kulisse für die Handlung.
Inhaltliches Zentrum und historische Einordnung
Das Stück setzt an der historischen Dimension der sogenannten „Feuernacht“ vom 11. auf 12. Juni 1961 an und schildert die Aktionen des separatistischen „Befreiungsausschuss Südtirol (BAS)”, die in den 1960er‑Jahren durch Sprengungen an Strommasten und Bahninfrastruktur auffielen. Im Mittelpunkt der Dramaturgie stehen drei Familien – Rabensteiner, Tschurtschenthaler und Magalone – deren Schicksale durch die militanten Aktionen geprägt werden.
Bühnenbild, Musik und Inszenierungsstil
Die Aufführung legte den Schwerpunkt auf eine nüchterne, realistische Erzählweise; musikalisch begleitet wurde die Produktion von Herbert Pixner und seiner Live‑Band, unterstützt durch Manu Delago. Laut Berichten hielt die Musik sich zugunsten der Erzählung zurück und diente Atmosphären sowie subtilen Motiven, statt mit dominanten Soli Akzente zu setzen.
- Bühnenraum: Abrissgebäude der Südtiroler Siedlung als Kulisse
- Inszenierungselemente: große Kreuze, Videoleinwand, Pyroeffekte, Live‑Kameras
- Musikalische Begleitung: Herbert Pixner, Manu Delago
Wirkung vor Ort und Publikum
Die offene Spielfläche und die raue Umgebung wirkten laut Berichten als eigentlicher Star der Aufführung; Inszenierung und musikalische Begleitung traten bewusst in den Hintergrund, um die historischen Ereignisse und die familären Schicksale hervorzuheben. Zum Premieren‑Publikum heißt es:
„Das Publikum war begeistert.”
Relevanz für Telfs und die Region
Die Aufführung in Telfs unterstreicht die Rolle der Volksschauspiele als Plattform für zeitgeschichtliche Stoffe und als kulturellen Treffpunkt im Bezirk Innsbruck‑Land. Die Wahl eines Abrissensembles als Spielort betont zudem die lokale Dimension der Aufführung: öffentliche Räume und deren Veränderung werden Teil der ästhetischen Aussage. Für das Publikum in Telfs bedeutet das eine unmittelbare Möglichkeit, sich mit einem kontroversen Kapitel der Alpenregion auseinanderzusetzen, ohne dafür in größere Städte reisen zu müssen.
| Element | Angabe |
|---|---|
| Autor | Felix Mitterer |
| Regie | Thomas Gassner |
| Musik | Herbert Pixner (Band), Manu Delago |
| Spielort | Open‑Air, Abrissgebäude der Südtiroler Siedlung, Telfs |
Die Produktion steht in einer künstlerischen Tradition, die lokale Schauplätze und geschichtliche Brüche thematisiert. Für Besucherinnen und Besucher aus dem Bezirk bietet sie die Gelegenheit, ein neues, lokALKulturelles Angebot unmittelbar vor Ort zu erleben.