Unfall in enger Schlucht bei Zirl fordert aufwendige Bergung
Bei einem Canyoningunfall in der Gnaupenloch-Schlucht nahe Zirl wurde am Samstagnachmittag eine 39-jährige Österreicherin schwer am Sprunggelenk verletzt. Der Zwischenfall ereignete sich gegen 14.25 Uhr an einer Abseilstelle, bei der die Frau beim kontrollierten Abseilen wegrutschte, mit dem Fuß hängen blieb und nach vorne kippte.
Die Schlucht ist an manchen Stellen nur etwa einen Meter breit und weist sehr lange Abseilstellen auf. Aufgrund des mangelhaften Mobilfunkempfangs konnte der Begleiter die Rettung nicht sofort alarmieren; nach einer Erstversorgung stieg er rund eineinhalb Stunden allein durch die Schlucht, um außerhalb Empfang zu bekommen und den Notruf abzusetzen.
- Ort: Gnaupenloch-Schlucht, Zirl (Bezirk Innsbruck-Land)
- Zeitpunkt: circa 14.25 Uhr, am Samstag
- Verletzte: 39-jährige Frau, schwere Sprunggelenksverletzung
- Maßnahmen: Bergrettung Seefeld und Innsbruck, Luftbergung per Tau
Die Ortsstellen der Bergrettung aus Seefeld und Innsbruck stiegen zunächst von oben in die Schlucht ein, um zur Verletzten vorzudringen. Da ein Transport durch die enge und schwer passierbare Schlucht sehr aufwendig gewesen wäre, entschieden sich die Einsatzkräfte schließlich für eine Bergung aus der Luft. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit wurde die Frau mittels Tau aus einem Hubschrauber geborgen und in eine Klinik geflogen.
„Da der Transport der Verletzten durch die Schlucht mühsam gewesen wäre, zeigte sich die Möglichkeit einer Bergung aus der Luft als sinnvoll und machbar“, sagte Einsatzleiter Bruno Berloffa.
Der Vorfall macht deutlich, wie herausfordernd Einsätze in engen Klinger- und Schluchtlandschaften für Bergretter sind. Lange Abseilstellen, enge Passagen und fehlender Mobilfunkempfang erschweren sowohl die Rettung als auch die Alarmierung. Die Bergrettung weist seit Jahren darauf hin, dass für bestimmte Schluchten spezielle Konzepte notwendig sind; dieser Fall ist nach Angaben der Einsatzleitung der erste, in dem eine Luftbergung in der Gnaupenloch-Schlucht zur Anwendung kam.
Konsequenzen und Hinweise für Freizeitnutzer
Für Menschen, die Canyoning-Touren oder ähnliche Aktivitäten in der Region unternehmen, lassen sich aus dem Einsatz mehrere praktische Schlüsse ziehen:
- Gruppen sollten für Notfälle genaue Treff- und Rückzugspläne vereinbaren, da Netzzugang nicht überall gegeben ist.
- Eine fundierte Erste Hilfe-Ausbildung sowie geeignete Ausrüstung (Helm, Sicherungs- und Abseilausrüstung) sind essenziell.
- Führer, die Schluchten gut kennen, können Gefahrstellen erkennen und Risiken minimieren; bei Unklarheiten ist es ratsam, geführte Touren zu wählen.
Die verletzte Frau wurde nach der Bergung in eine Klinik gebracht; Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand wurden nicht veröffentlicht. Die Einsatzkräfte zeigten sich mit dem Ablauf der Rettung zufrieden, betonten aber zugleich die Herausforderungen bei Rettungen in solchen Geländen.
| Aspekt | Detail |
|---|---|
| Schlucht | Gnaupenloch-Schlucht |
| Gemeinde | Zirl |
| Einsatzkräfte | Bergrettung Seefeld, Bergrettung Innsbruck, Hubschrauber |
| Uhrzeit | ca. 14.25 Uhr |
Der Vorfall ist ein Beispiel dafür, wie schnell Freizeitaktivitäten in schwierigem Gelände zu lebensbedrohlichen Situationen werden können und wie wichtig koordinierte Rettungskonzepte sind — insbesondere dort, wo Mobilfunkverbindungen nicht zuverlässig sind.