Lokales Handwerk zwischen Tradition und Maschinenbau
In der Gemeinde St. Urban sorgt ein regionaler Betrieb für haltbare Lebensmittel aus heimischem Obst: Die Familie Della Pietra betreibt seit mehr als 60 Jahren in der Grabensäge eine Obstpresse, die heute sowohl klassischen Most als auch pasteurisierten Apfelsaft liefert. Die Kombination aus handwerklicher Erfahrung und technischer Anpassung an Marktbedürfnisse ist für Verbraucherinnen und Verbraucher im Bezirk Feldkirchen von direktem Nutzen: Produkte aus eigenen Äpfeln können abgefüllt oder weiterverarbeitet werden, und überschüssiger Saft findet nicht ungenutzt den Weg in die Tonne.
Moderne Anlagen für sichere Qualität
Im Jahr 2002 wurde eine Apfelsaftanlage ergänzt; der frisch gepresste Saft wird in einer Pasteurisieranlage bei rund 78 Grad Celsius erhitzt und über eine Abfüllanlage ins Bag-in-Box-System abgefüllt. Dadurch ist sichergestellt, dass Kundinnen und Kunden den Saft ihrer eigenen Früchte in hygienischer Qualität zurückerhalten. Diese technische Lösung stellt einen klaren Vorteil gegenüber industriellen Anbietern dar, weil Herkunft und Qualität nachvollziehbar bleiben.
Weiterverarbeitung: Aus Saft wird Essig
Die Familie geht einen Schritt weiter: Aus nicht sofort verwertbarem Saft entsteht kontrolliert hergestellter Essig. Der Betrieb investierte in Wissen und Technik und setzte gezielt auf die essigbiologische Umwandlung:
- Reinigen der Äpfel in einer Waschanlage
- Mahlen und Pressen in der Mühle/Bandpresse
- Filtration und Lagerung in Edelstahltanks
- Pasteurisierung und Abfüllung oder Weiterverarbeitung zu Essig
Zur Produktionsweise erklärt Della Pietra die Bedeutung des Ausgangsmaterials und der mikrobiellen Prozesse:
„Alles, was man für einen guten Gärungsessig benötigt, ist Saft aus reifem Obst. Das Ausgangsmaterial legt die Grundlage für den Geschmack und die Qualität des Essigs. Den Rest erledigen die Essigbakterien, die sich in der Luft befinden.“
Qualitätsmerkmale und praktische Folgen für Kundinnen und Kunden
Besondere Hinweise für Konsumentinnen und Konsumenten im Bezirk:
- Wer seine Äpfel pressen lässt, erhält Saft mit nachvollziehbarer Herkunft.
- Überschuss wird nicht entsorgt, sondern kann als regionaler Essig vermarktet werden.
- Die pasteurisierte Abfüllung im Bag-in-Box-System erhöht Haltbarkeit und Transportfreundlichkeit.
| Jahr / Angabe | Bedeutung |
|---|---|
| Seit >60 Jahren | Betriebsbestehen und regionale Verwurzelung |
| 2002 | Einführung der Apfelsaftanlage |
| ~78 °C | Pasteurisierungstemperatur für Saft |
| 2–3 mm | Dicke der Essigmutter (natürlicher Gärungsprozess) |
Für die Region bedeutet das Angebot der Della Pietras: weniger Lebensmittelverluste, mehr Transparenz bei Lebensmitteln und eine lokale Wertschöpfungskette von der Ernte bis zum Regal. Kundinnen und Kunden, die eigene Früchte liefern, profitieren unmittelbar von der Kombination aus traditionellem Know-how und moderner Verarbeitungstechnik.