KREMS. Die Häufung von Stadttauben in Teilen der Stadt sorgt für politischen Streit und wachsende Unzufriedenheit bei Anrainern, Gewerbetreibenden und Lokalpolitiker:innen. Die lokale ÖVP bezeichnet die Situation als eine seit Jahren bestehende „massive Tauben- und Dohlenplage“ und macht vor allem den Bereich rund um den Bahnhofplatz für die deutlich spürbaren Probleme verantwortlich.
Konflikt im Gemeinderat
In der jüngsten Gemeinderatssitzung brachte die ÖVP einen Dringlichkeitsantrag ein, der die Ausarbeitung und Umsetzung eines umfassenden Maßnahmenpakets zur Vergrämung der Tiere forderte. Der Antrag fand jedoch keine Mehrheit: Weder SPÖ noch FPÖ unterstützten ihn, was bei den Antragstellern auf Unverständnis und Kritik stieß.
„Die Aufenthaltsqualität leidet massiv, gleichzeitig steigen die Belastungen für Anrainer, Wirtschaftstreibende und die öffentliche Hand kontinuierlich an.“
Dieses Zitat aus der ÖVP-Aussendung fasst die zentralen Vorwürfe zusammen: erhöhte Verschmutzung, Belästigungen und steigender Aufwand für Reinigung und Schadensbeseitigung werden als Folge der Taubenpopulation genannt.
Magistrat: Maßnahmen in Arbeit
Der zuständige Stadtrat Christoph Hofbauer (FPÖ) wies die Vorwürfe zurück und erklärte, seine Abteilung arbeite bereits an einer Lösung. Als konkretes Projekt wurde die Errichtung eines Taubenkobels genannt, an dessen Ausarbeitung seit längerem gearbeitet werde. Hofbauer betonte außerdem, dass er die ÖVP laufend im Ausschuss über Zwischenstände informiere und dass Vertreter der ÖVP an diesen Beratungen teilnähmen.
Vorbild und politische Einordnung
Als Orientierung für mögliche Maßnahmen wird in der Debatte das sogenannte Augsburger Modell genannt, das in anderen Städten als Beispiel für strukturierte Taubenmanagement-Maßnahmen dient. Die ÖVP macht zugleich den anstehenden Wahlkampf für die Zuspitzung der Diskussion verantwortlich und sieht in der fehlenden Unterstützung im Gemeinderat ein politisches Problem.
- Betroffene Bereiche: Bahnhofplatz und weitere Teile der Innenstadt
- Konkrete Maßnahme (Magistrat): Planung eines Taubenkobels
- ÖVP-Forderung: umfassendes Maßnahmenpaket zur Vergrämung
| Partei/Institution | Position |
|---|---|
| ÖVP | Spricht von „massiver Plage“; fordert Sofortmaßnahmen |
| FPÖ (Stadtrat) | Arbeitet am Taubenkobel; informiert Ausschuss regelmäßig |
| SPÖ | Unterstützte den Dringlichkeitsantrag nicht |
Für die Bevölkerung bedeutet die Auseinandersetzung: Kurzfristig ist mit keiner raschen, einheitlich beschlossenen Lösung zu rechnen, solange sich die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat nicht ändern. Langfristig könnten allerdings strukturierte Maßnahmen wie der Taubenkobel, kombiniert mit Reinigungs- und Informationsmaßnahmen, die Situation entschärfen. Für Anrainer und Geschäftsbetreiber bleibt in der Zwischenzeit das Problem belastend und mit laufenden Aufwand verbunden.
Die Debatte zeigt auch, wie es in Kommunen häufig um die Balance zwischen Tierschutz, öffentlicher Sauberkeit und politischen Interessen geht. Welche konkreten technischen und rechtlichen Schritte der Magistrat als Nächstes setzt und welchen Zeitplan es für den Taubenkobel gibt, bleibt abzuwarten. Bürgerinnen und Bürger können die nächsten Ausschussberichte und Gemeinderatssitzungen verfolgen, um über Fortschritte informiert zu bleiben.