Am 7. August verwandelte sich der Diamond Golfclub in Ottenstein in eine ungewöhnliche Bühne für regionale Kulinarik: Die Veranstaltungsreihe Waldviertler TischKultur lud zu einem mehrgängigen Dinner direkt am Green. Gastgeber waren der Haubenkoch Herbert Hettegger vom Restaurant Hettegger und René Zimmermann von „Waldjungfrau“, die gemeinsam ein Menü präsentierten, das konsequent auf saisonale und regionale Zutaten aus dem Waldviertel setzte.
Die Landschaft als Teil des Genusserlebnisses
Die lange Tafel am Green machte die Landschaft selbst zum Teil des Abends: Gäste saßen unmittelbar an der Spielbahn, umgeben von Wiesen und Wald, und erhielten Speisen, die Aromen der Region widerspiegelten. Die Kombination aus gehobener Küche und wildkräuterbasierten Elementen zielte darauf ab, die lokale Lebensmittelvielfalt sichtbar und schmeckbar zu machen.
„Für Herbert Hettegger bedeutet Gastronomie ‚weit mehr als gutes Essen‘.“
Hettegger betonte damit, dass Genuss, Freude und Gemeinschaft gleichermaßen Teil seiner Küchenphilosophie sind. Unterstützt wurde er von René Zimmermann, der mit Wissen über Wildkräuter, Blüten und Pflanzen aus Wiese und Wald zusätzliche Geschmacksschichten beisteuerte.
Menü und regionale Zutaten
Das servierte Menü zeigte eine Bandbreite lokaler Produkte: von traditionellen Komponenten wie Erdäpfeln über heimische Fisch- und Wildprodukte bis zu Früchten und Nüssen der Region. Typische Gänge des Abends umfassten unter anderem:
- Fleischbällchen mit Erdäpfelpüree
- Lachsforellenmousse mit Wurzelgemüse und Flusskrebsen
- Ratatouilleschaumsuppe mit Paprika und Parmesan
- Gegrillter Rehrücken mit Steinpilzen, Erdäpfeln und Rotwein
- Marillenknödel mit Kriecherl und Sorbet; Dessert mit Nuss, Walnuss und Birke
Auch die Getränkebegleitung folgte dem regionalen Prinzip und blieb der Waldviertler Herkunft treu. Solche Kombinationen stärken nicht nur das Bewusstsein für lokale Lebensmittel, sondern bringen auch Produzenten, Köche und Gäste direkt zusammen.
| Gang | Beispiel |
|---|---|
| Vorspeise | Fleischbällchen mit Erdäpfelpüree |
| Zwischengang | Lachsforellenmousse mit Wurzelgemüse |
| Suppe | Ratatouilleschaumsuppe |
| Hauptgang | Gegrillter Rehrücken mit Steinpilzen |
| Dessert | Marillenknödel und Nuss-Birke-Dessert |
Lokale Folgen und Bedeutung
Veranstaltungen wie die Waldviertler TischKultur haben für die Region mehrere Effekte: Sie schaffen Sichtbarkeit für heimische Produzentinnen und Produzenten, fördern saisonale Nachfrage und können Gäste in ländliche Orte ziehen. Für die Gastronomie vor Ort bieten solche Events die Chance, regionale Netzwerke zu stärken und das kulinarische Profil der Gegend zu schärfen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das konkret: bessere Kenntnis über Herkunft und Verarbeitung von Lebensmitteln sowie direkte Begegnungen mit Erzeugern.
Für alle, die an regionalen Angeboten interessiert sind, bleibt relevant, wie solche Initiativen die Nachfrage nach lokalen Produkten beflügeln können — und damit mittelbar Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region unterstützen. Gleichzeitig ist die Integration der Landschaft in das Erlebnis ein Hinweis darauf, dass Gastronomie im Waldviertel zunehmend als Gesamterlebnis verstanden wird, das Natur, Handwerk und Gemeinschaft verbindet.
Die Waldviertler TischKultur setzt damit ein klares Zeichen: Regionalität ist kein Schlagwort, sondern wird hier als tragfähiges Konzept praktiziert — vom Produkt bis zum Gast. Für Besucherinnen und Besucher aus dem Bezirk Krems lohnt es sich, solche Formate im Auge zu behalten, wenn sie regionale Küche und Landschaft gemeinsam erleben möchten.