Im Stanzertal haben die Gemeinden Sankt Anton am Arlberg, Pettneu, Flirsch und Strengen eine organisatorische Neuausrichtung ihrer Verwaltung vereinbart: Die Bauämter der vier Kommunen werden zusammengelegt und künftig gemeinsam betrieben. Ziel ist es, die fachliche Betreuung von Bau- und Raumordnungsangelegenheiten zu stärken und Verfahrensabläufe für Bürger und Verwaltung zu vereinfachen.
Gründe und Ausgestaltung
Die Gemeinden begründen den Schritt mit der steigenden Komplexität von bau- und raumordnungsrechtlichen Fragestellungen. Kleinere Verwaltungen stoßen laut Aussage der Gemeindeverantwortlichen zunehmend an personelle Grenzen, wenn vielfältige Vorschriften und Vorgaben zugleich zu bearbeiten sind.
„Gerade kleinere Gemeinden haben aber oft nur wenige Mitarbeiter, die durch die Vielzahl der Bereiche, die behandelt werden müssen, dann an ihre Grenzen gelangen. Das ist dann für die Bedürfnisse der Bürger nicht gut, für die Mitarbeiter sehr unangenehm und damit natürlich auch für uns nicht zielführend“,
erklärte Strengens Bürgermeister Harald Sieß. Als Lösung wurde eine gemeinsame Personalstelle geschaffen: Ein Fachmann für Bau- und Raumordnungsfragen wurde von der Gemeinde Sankt Anton angestellt und steht demnächst allen vier Gemeinden des Planungsverbandes 5 Stanzertal zur Verfügung. Die entstehenden Kosten werden von den beteiligten Gemeinden geteilt.
Welche Auswirkungen ergeben sich lokal?
Für Bürgerinnen und Bürger im Bezirk Landeck bedeutet die Zusammenlegung konkret:
- Ein zentraler Ansprechpartner für Bau- und Raumordnungsfragen im Stanzertal, unabhängig von der Zuständigkeit der einzelnen Gemeindeverwaltung.
- Erwartet werden kürzere Bearbeitungszeiten bei Bauansuchen und eine einheitlichere Anwendung von fachlichen Standards.
- Für kleinere Gemeinden verringert sich der Druck auf die vorhandenen Mitarbeiter, Spezialwissen wird durch die gemeinsame Stelle abgedeckt.
Für die Gemeindeverwaltungen selbst dürfte die Bündelung der Fachkompetenz Verwaltungsaufwand reduzieren und gleichzeitig die Qualität der Entscheidungen erhöhen. Konkrete Angaben zu Kostenschlüsseln, dem Anstellungsdatum des Mitarbeiters oder den genauen Dienstzeiten nannte die Quelle nicht.
Organisation und Nachvollziehbarkeit
Die Vereinbarung wurde innerhalb des Planungsverbandes 5 Stanzertal getroffen. Solche Kooperationen zwischen Gemeinden sind in Regionen mit mehreren kleinen Kommunen ein verbreitetes Instrument, um Fachpersonal effizienter zu nutzen und Dienstleistungen für die Bevölkerung zu sichern.
| Gemeinde | Rolle im neuen Modell |
|---|---|
| Sankt Anton am Arlberg | Arbeitgeber der gemeinsamen Fachstelle |
| Pettneu | Teilnehmerin am gemeinsamen Bauamt |
| Flirsch | Teilnehmerin am gemeinsamen Bauamt |
| Strengen | Teilnehmerin am gemeinsamen Bauamt |
Aus kommunalpolitischer Sicht ist die Maßnahme ein pragmatischer Schritt, um Fachkräfte zu bündeln und Verwaltungsdienstleistungen für die Bevölkerung verlässlicher zu gestalten. Für betroffene Bauwerber bleibt zu hoffen, dass die neue Struktur zu schnelleren Verfahren und mehr Transparenz führt. Ob weitere Bereiche der Gemeindeverwaltungen künftig ähnlich zusammengelegt werden, ist derzeit nicht bekannt.
Wichtig für Bürger: Wer künftig ein Bauvorhaben im Stanzertal plant, sollte sich vorab bei seiner Gemeinde informieren, ob das Anliegen direkt an die gemeinsame Fachstelle verwiesen wird und welche Kontaktwege (Sprechstunden, Telefonnummern, E-Mail) künftig gelten.