Bildung

Rund 90 Prozent bestehen BLF in Thüringer Gymnasien – 559 Jugendliche nicht erfolgreich

Die besondere Leistungsfeststellung in Thüringen haben 5.513 von 6.107 Prüflingen abgeschlossen. Die BLF ist ein dem Realschulabschluss gleichgestellter Abschluss, eingeführt nach dem Amoklauf von Erfurt 2002; Ende August soll ein ausführlicher Landesbericht folgen.

Rund 90 Prozent bestehen BLF in Thüringer Gymnasien – 559 Jugendliche nicht erfolgreich
©Illustration KI Julia Kollmann / steirerblatt.at

Ergebnis und Bedeutung der BLF 2026

Bei der diesjährigen besonderen Leistungsfeststellung (BLF) an Thüringer Gymnasien haben nach Angaben des Bildungsministeriums 5.513 von insgesamt 6.107 Schülerinnen und Schülern das Verfahren erfolgreich abgeschlossen. Das entspricht einer Erfolgsquote von rund 90,3 Prozent. Nicht bestanden haben demnach 559 Jugendliche; bei 35 Personen lagen zum Zeitpunkt der Anfrage noch keine abschließenden Noten vor, etwa weil Nachprüfungen nötig waren oder Erkrankungen eine Bewertung verzögerten.

Was die BLF für Schülerinnen und Schüler bedeutet

Die BLF wird in Thüringen am Ende der zehnten Klasse abgelegt und umfasst mündliche und schriftliche Prüfungen in mehreren Fächern, darunter Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache sowie naturwissenschaftliche Fächer. Wer die BLF besteht, erhält einen Abschluss, der dem Realschulabschluss gleichwertig ist und damit den Zugang zu einer Berufsausbildung ermöglicht. Die Prüfung wurde nach dem Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 2002 eingeführt, um auch Gymnasiasten ohne Abitur einen formal anerkannten Abschluss zu sichern. Die Behörde weist darauf hin, dass über die Abschaffung der BLF immer wieder diskutiert wird.

Kontext und Folgen

Die Zahlen zeigen, dass die überwiegende Mehrheit der Prüflinge die Anforderungen erfüllt. Für Eltern und Jugendliche sind jedoch die fast 600 nicht bestandenen Fälle relevant: Sie betreffen unmittelbar die Ausbildungs- und Berufsperspektiven der Betroffenen und erfordern in vielen Fällen Nachqualifizierungen oder alternative Wege in die berufliche Ausbildung. Zugleich wird erwartet, dass der angekündigte ausführliche Landesbericht Ende August zusätzliche Erkenntnisse liefert, etwa zu Leistungsunterschieden zwischen Schulen, Fächern oder einzelnen Schülergruppen.

Praktische Hinweise für Betroffene

  • Schülerinnen und Schüler, die die BLF nicht bestanden haben, sollten sich frühzeitig über Nachprüfungen, Nachqualifizierungsangebote und mögliche Berufsausbildungswege informieren.
  • Eltern können die Beratungsangebote an Schulen sowie die Agentur für Arbeit bzw. regionale Bildungsberatungsstellen nutzen, um Alternativen und Fördermaßnahmen zu prüfen.
  • Wer aus Krankheitsgründen noch keine Note hat, sollte die Fristen für Nachprüfungen und Mitteilungen des Schulamtes genau beachten.

Datenübersicht

Gesamtzahl PrüflingeBestandenNicht bestandenOffene FälleErfolgsquote
6.1075.51355935~90,3 %

Der Landesbericht, der voraussichtlich Ende August veröffentlicht werden soll, dürfte vertiefende Angaben zur Verteilung der Ergebnisse nach Fächern, Schulen und sozialen Kriterien enthalten. Solche Daten sind wichtig, um gezielte Fördermaßnahmen zu planen und Übergänge in Ausbildung oder weiterführende Bildungsgänge zu verbessern.

Julia Kollmann
Julia KI Redakteurin im Ressort Bildung online

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