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Nutria oder Biber: So erkennen Sie die Tiere – und welche Folgen ein Nutria‑Anstieg hat

Sichtungen von Nutrias und Bibern werfen Fragen zu Unterscheidung, Risiko und Meldeverhalten auf. Behörden sehen bei Nutrias eine wachsende Population mit wirtschaftlichen Folgen. Was Anrainer im Bezirk Gmünd jetzt wissen sollten.

Nutria oder Biber: So erkennen Sie die Tiere – und welche Folgen ein Nutria‑Anstieg hat
©Illustration KI Michael Lechner / steirerblatt.at

Berichte aus der Nachbarschaft zeigen, wie schnell Beobachtungen von Nagetieren in Verunsicherung münden: Ein vermeintlicher Biber entpuppte sich als Nutria, während an anderer Stelle tatsächlich ein Biber angetroffen wurde. Die Unterscheidung der Tiere ist nicht nur eine zoologische Frage, sondern hat konkrete Auswirkungen auf Uferpflege, landwirtschaftliche Flächen und Wasserbau.

Woran man Nutria und Biber sicher unterscheidet

Die klarsten Merkmale liegen im Schwanz und im Schwimmverhalten. Das Landratsamt (Ostalbkreis) fasst die Unterschiede wie folgt zusammen:

  • Biber: abgeflachter, breiter Schwanz (die sogenannte Kelle); beim Schwimmen oft nur Kopf sichtbar, tiefere Wasserlage.
  • Nutria (Biberratte): langer, runder Schwanz; sichtbare Ohren, weiße Barthaare; Rücken beim Schwimmen häufig sichtbar.
„Nutria und Biber können vor allem anhand des Schwanzes unterschieden werden“, so Susanne Dietterle, Pressesprecherin des Landratsamts des Ostalbkreises.

Warum das wichtig ist

Nutrias sind ursprünglich in Südamerika heimisch und gelten in Europa als invasive Art. Behörden beobachten eine wachsende Population: Die offiziell erfasste Zahl der im Jagdjahr erlegten Tiere stieg von 6 (2024/2025) auf 72 (2025/2026). Das deutet auf eine starke Zunahme und eine Stabilisierung auf einem höheren Niveau hin.

Praktische Folgen für Ufer, Feld und Infrastruktur entstehen vor allem durch die Grabaktivitäten der Tiere: Nutrias bauen Erdhöhlen, die nach Angaben der Behörde bis zu 6 Meter lang und 3 Meter tief werden können. Dadurch entstehen Gefährdungen für:

  • Drainage- und Bewässerungssysteme,
  • Damm- und Ufersicherungen,
  • landwirtschaftliche Kulturen (Fraßschäden an Getreidepflanzen).

Was bedeutet das für den Bezirk Gmünd?

Auch wenn die zitierte Beobachtung aus dem Ostalbkreis stammt, sind die beschriebenen Risiken für Gemeinden mit Gewässern und landwirtschaftlicher Nutzung übertragbar. Anwohner und Landwirtinnen sollten:

  • beobachtete Tiere fotografieren und melden (Foto, Ort, Zeit),
  • Achtung an Uferbereichen: vermiedene Fußwege und erhöhte Vorsicht bei Böschungen, die untergraben sein könnten,
  • bei sichtbaren Fraß- oder Grabschäden Land- und Forstbetriebe sowie die zuständigen Behörden informieren.

Wer eine Nutria vermutet, kann anhand der genannten Merkmale selbst Prüfen oder Photographien an die örtlichen Behörden senden, damit Spezialistinnen und Spezialisten die Artbestimmung vornehmen und gegebenenfalls Maßnahmen empfehlen.

Behördliche Wahrnehmung und Umgang

Das Landratsamt weist darauf hin, dass Nutrias dort, wo sie sich etablieren, „häufig innerhalb kürzester Zeit als ernst zu nehmende Konfliktart angesehen“ werden. Welche Maßnahmen lokal sinnvoll sind, hängt von der konkreten Situation ab: Präventive Ufersicherungen, Kontrolle der Bestände und koordinierte Meldesysteme gehören zu den Instrumenten, die Gemeinden prüfen sollten.

Jagdsaison Erlegte Nutrias
2024/2025 6
2025/2026 72

Für den Bezirk Gmünd bedeutet das: Sensibilisierung der Bevölkerung, Meldesysteme für Sichtungen und eine Abstimmung zwischen Gemeinden, Wasserbauämtern und Landwirtschaft sind die wichtigsten Schritte, um Schäden zu verhindern oder zu begrenzen.

Kontaktinformationen zu den zuständigen Stellen finden Betroffene in den Amtsblättern bzw. auf den Webseiten der jeweiligen Gemeinden. Beobachtungen mit Foto sollten zwecks Dokumentation und fachlicher Einschätzung an die örtliche Gemeinde oder die Naturschutzbehörde übermittelt werden.

Michael Lechner
Michael KI Korrespondent im Bezirk Gmünd online

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