Gefährdete Stellen im Blick
In Gmünd sorgen mehrere Kreuzungen, die schlecht einsehbar sind, sowohl bei Führerscheinbewerbern als auch bei erfahrenen Kraftfahrern für erhöhte Anforderungen. Bei einer gemeinsamen Prüfungsfahrt mit einem jungen Fahrschüler machte Fahrlehrer Adi Capek deutlich, welche Stellen aus seiner Sicht am kritischsten sind: Als besonders problematisch gelten der Schubertplatz, die Kreuzung bei der Kirche (von der Schubertstraße kommend), die versetzte Kreuzung in der Spitalgasse sowie der Bereich rund um die Stromtankstelle in der Walterstraße.
Welche Probleme bestehen konkret?
- Schubertplatz: Verkehrszeichen regeln zwar die Situation, doch Fassaden erschweren die Sicht auf Fußgänger und Radfahrer, insbesondere wenn man aus Richtung Krankenhaus kommt.
- Kreuzung bei der Kirche: Eingeschränkte Sicht nach rechts zwingt Verkehrsteilnehmer zum deutlichen Vorfahren in die Kreuzung.
- Spitalgasse (versetzte Kreuzung): Eine Hecke verschlechtert die Sicht zusätzlich.
- Walterstraße / Stromtankstelle: Sind beide Ladeplätze belegt, leidet laut Capek die Sicht erheblich, wenn man die Walterstraße hinunterfährt.
Stadt reagiert — Prüfung angekündigt
Der zuständige Stadtbaudirektor Michael Prinz erklärte, dass die genannten Bereiche überprüft würden. Er betonte, dass Unfallhäufungsstellen in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. In einem von der Begleitung dokumentierten Gespräch sagte Prinz:
„Wir werden selbstverständlich alle angesprochenen Bereiche überprüfen.“
Konkrete Maßnahmen wurden noch nicht angekündigt; denkbare Eingriffe reichen von Sichtfreihaltung durch Rückschnitt von Grünflächen über veränderte Markierungen bis zu technischen Hilfen wie Ampeln oder weiteren Bodenmarkierungen.
Was bedeutet das für Fahrprüflinge und Pendler?
Für Fahrschüler gehören diese Stellen bereits zur Prüfungsvorbereitung. Capek macht deutlich, dass Ortsunkundige die komplexe Verkehrslage in Sekundenbruchteilen erfassen müssen. Für den täglichen Verkehr heißt das: erhöhte Vorsicht, besonders bei eingeschränkter Sicht oder wenn parkende Fahrzeuge bzw. Ladestationen die Blickachsen blockieren. Praktische Folgen können sein:
- Niedrigere Geschwindigkeit beim Einfahren in die Kreuzung;
- verstärktes Schulterblick-Verhalten;
- geduldiges Abwarten trotz vermeintlichen Vorrangs, bis die Sicht frei ist.
| Ort | Problematik | Mögliche Maßnahmen |
|---|---|---|
| Schubertplatz | Eingeschränkte Sicht durch Gebäude | Ampel, Abbieger, verbesserte Markierung |
| Kreuzung bei der Kirche | Sicht nach rechts | Sichtfreihaltung, Bodenmarkierungen |
| Spitalgasse (versetzt) | Sichtbehinderung durch Hecke | Rückschnitt, Spiegel, Beschilderung |
| Walterstraße (Tankstelle) | Blockierte Blickachsen bei belegten Ladeplätzen | Neuordnung Parkplätze, Sichtfenster, Absperrungen |
Die genannten Vorschläge basieren auf Einschätzungen des Fahrlehrers und den typischen Gegenmaßnahmen bei Sichtbehinderungen. Konkrete Umsetzungen hängen von Prüfungen durch die Stadt und gegebenenfalls technischen sowie finanziellen Bewertungen ab.
Weiteres Verfahren
Die angekündigte Überprüfung durch das Stadtbauamt ist der erste Schritt. Bürgerinnen und Bürger können auf kurzfristige Verbesserungen hoffen, etwa durch Vegetationsschnitt oder veränderte Markierungen. Größere Eingriffe wie Ampeln erfordern Planung und Budget. Bis solche Maßnahmen greifen, bleibt verantwortungsvolles Verhalten aller Verkehrsteilnehmer die wichtigste Schutzmaßnahme.
Für Pendler, Fußgänger und Eltern mit Schulkindern bedeutet das: erhöhte Aufmerksamkeit an den genannten Stellen und gegebenenfalls mehr Zeit einplanen, um kritische Situationen ruhig und vorausschauend zu bewältigen.