Fachgremium nimmt Arbeit für die nächsten drei Jahre auf
Der seit mehr als drei Dekaden bestehende Gestaltungsbeirat der Stadt Krems ist für die kommende Funktionsperiode formell bestellt worden. Bürgermeister Peter Molnar hat die Mitglieder angelobt; das Gremium berät zu Bauprojekten, die für das Stadtbild besonders prägend sind oder in das historische Umfeld eingreifen.
Besetzungen und Aufgaben
Für die neue Dreijahresperiode wurden drei externe Architekt:innen bestellt: Marlies Breuss (HOLODECK architects), Alexa Zahn und Christian Koblinger (Silberpfeil Architekten). Breuss übernimmt damit eine zweite Amtszeit; Zahn und Koblinger sind neu im Beirat. Der Gestaltungsbeirat fungiert als unabhängige fachliche Instanz, die Planerische, architektonische und denkmalpflegerische Belange abwägt.
- Beratung bei Projekten mit starker städtebaulicher Sichtbarkeit
- Anbindung an die Schutzzonenkommission
- Beteiligung an Verfahren zur „Nachhaltigen Bebauung“
„Der Gestaltungsbeirat ist ein Garant für qualitätsvolles und nachhaltiges Bauen mit Weitblick. Seine unabhängige fachliche Expertise sorgt dafür, dass die historische Bausubstanz sensibel weiterentwickelt und gleichzeitig zeitgemäße Architektur ermöglicht wird“,
so Bürgermeister Molnar zur Rolle des Gremiums. Baustadtrat Günter Herz betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit und die gemeinsame Verantwortung, die Einzigartigkeit der Stadt zu bewahren.
Bilanz und Bedeutung für Krems
Die bisherige Arbeit des Gestaltungsbeirats ist quantitativ belegt: Seit seiner Gründung wurden rund 370 Bauprojekte in 145 Sitzungen beraten. Mehrere dieser Vorhaben erhielten Auszeichnungen – darunter Preise wie die „Goldene Kelle“ oder die Auszeichnung „Vorbildliches Bauen in Niederösterreich“ sowie Nennungen für einzelne Hotel- und Wohnbauprojekte.
| Aspekt | Zahl |
|---|---|
| Beratene Projekte (seit Gründung) | ~370 |
| Sitzungen | 145 |
| Neue Mitglieder (2026) | 3 |
Die formale Einbindung des Gestaltungsbeirats in die Schutzzonenkommission und in Prozesse zur nachhaltigen Bebauung unterstreicht, dass die Stadt nicht nur auf ästhetische, sondern zunehmend auf ökologische und städtebauliche Qualitätskriterien achtet. Für Bauwerberinnen und Bauwerber in Krems bedeutet das: Projekte mit starker Außenwirkung werden frühzeitig einer fachlichen Prüfung unterzogen, die Vorgaben, Abstimmungsbedarf und mögliche Nachbesserungen aufzeigt.
Für Anrainerinnen und Anrainer sowie für Eigentümerinnen und Eigentümer heißt das zugleich mehr Transparenz in Entscheidungsprozessen, aber auch: Planungen können sich in Abstimmungsschleifen verändern, um Denkmalpflege, Nachbarschaftsinteressen und moderne Bauqualität in Einklang zu bringen. Die Berufung erfahrener externer Architektinnen und Architekten soll sicherstellen, dass fachliche Bewertungen nicht allein administrativ, sondern vor allem planerisch-gestalterisch nachvollziehbar erfolgen.
Die Neubesetzung wird in den kommenden Monaten zeigen, wie sensibel und zugleich zukunftsgerichtet sich neue Projekte in Krems entwickeln lassen, ohne das historische Stadtbild zu gefährden.