Am 1. Juli wurde in Krems das neue Hallenbad „Mirador“ offiziell eröffnet. Für die Bevölkerung bedeutete das Ereignis jedoch nicht das erwartete Badevergnügen: Nach Kritik der Stadtopposition waren die Becken zum Eröffnungstag offenbar noch nicht mit Wasser befüllt.
Konflikt um Timing und Transparenz
Der ÖVP-Stadtparteiobmann Martin Sedelmaier bezeichnete die Eröffnung ohne nutzbaren Badebetrieb als unpassend für ein Projekt, das mit rund 40 Millionen Euro veranschlagt wird. Seine Wortwahl machte die Kritik deutlich: Ein Hallenbad ohne Badebetrieb gleiche einer Ausstellung ohne Exponate und sei «eines 40-Millionen-Euro-Projekts, das die Kremser mit ihrem Geld bezahlt haben, nicht würdig».
"Ein Hallenbad ohne Badespaß zu eröffnen, ist wie eine Ausstellung ohne Kunstwerke. Das grenzt an Dilettantismus und ist eines 40-Millionen-Euro-Projekts, das die Kremser mit ihrem Geld bezahlt haben, nicht würdig." — Martin Sedelmaier
Die Kritik dreht sich wesentlich um die Frage, warum eine Feier durchgezogen wurde, obwohl offenbar nicht alle arbeits- und betriebstechnischen Voraussetzungen erfüllt waren. Sedelmaier warf zudem der Stadtspitze vor, die Eröffnung durchzudrücken, obwohl Bauarbeiten nicht abgeschlossen erschienen.
Antwort der Projektleitung und weitere Schritte
Projektleiter Roland Dewisch wies die Vorwürfe zurück und sprach von «falschen Gerüchten und Halbwahrheiten». Nach seiner Darstellung sei es nie vorgesehen gewesen, am Tag der Eröffnung bereits mit dem Badebetrieb zu beginnen. Stattdessen wurden laut Dewisch Rundgänge durch das Gebäude angeboten; bei laufendem Badebetrieb wären solche Führungen aus hygienischen Gründen nicht möglich gewesen.
Laut Projektleitung ist ein Probebetrieb geplant, der in kurzer Folge nach der Eröffnungsfeier stattfinden soll. Ein konkreter Termin für die Aufnahme des regulären Badebetriebs wurde bisher nicht genannt; die Aussage bleibt, dass das Team bemüht sei, „schnellstmöglich“ die nächsten Schritt umzusetzen.
Bedeutung für die Kremser Bevölkerung
Für Anrainerinnen und Nutzer bedeutet die Situation momentan Unsicherheit: Wer auf das neue Angebot gehofft hatte, muss sich auf weitere Wartezeit einstellen. Offene Punkte sind insbesondere:
- Wann genau der Probebetrieb beginnt und wie lange er dauern wird
- Ab welchem Datum der volle Badebetrieb aufgenommen wird
- Wie eventuelle Verzögerungen kommuniziert und Ersatzangebote (etwa für Schwimmkurse) organisiert werden
Solche Fragen sind für die Nutzung von Sportangeboten, Schwimmausbildung von Kindern und die Planung privater Freizeittermine bedeutsam. Gleichzeitig steht die Kommunalpolitik in der Pflicht, Baufortschritt und Kostenentwicklung transparent darzustellen, damit Vertrauen in große Infrastrukturprojekte erhalten bleibt.
| Datum | Angabe |
|---|---|
| Eröffnungsfeier | 1. Juli |
| Projektkosten | 40 Millionen Euro (in der Kritik genannt) |
| Beckenstatus am Eröffnungstag | Berichten zufolge nicht befüllt |
| Projektverantwortlicher | Roland Dewisch (Projektleiter) |
Konkrete, verbindliche Informationen zum Start des Badebetriebs bleiben zu verifizieren. Betroffene sollten die offiziellen Kanäle der Stadt Krems und der Projektleitung beobachten, um Termine für den Probebetrieb und die Öffnung zu erfahren. Ebenso wären präzisere Informationen zur Abwicklung von bereits geplanten Kursen oder Vereinsnutzungen sinnvoll.
Die Debatte verdeutlicht, wie sensibel die Kommunikation großer Bauprojekte ist: Fehlt frühzeitige, klare Information, entstehen schnell politische Auseinandersetzungen und Unsicherheit in der Bevölkerung — gerade bei Investitionen in dieser Größenordnung.