Pilotprojekt testet gemeinschaftliches E-Auto in Wohnstraßen
Im Bezirk Hermagor läuft derzeit das Projekt FReD im Dorf, das untersucht, ob in ländlichen Bereichen Zweit- und Drittautos durch gemeinschaftliches Carsharing ersetzt werden können. Ziel ist es, durch die gemeinsame Nutzung eines Elektrofahrzeugs Kosten zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und neue Formen nachbarschaftlicher Kooperation zu erproben.
In den beteiligten Wohnstraßen teilen sich jeweils drei bis vier Haushalte für einen Zeitraum von zwei Monaten ein Elektroauto. Die Nutzerinnen und Nutzer organisieren die Verfügbarkeit und Buchung des Fahrzeugs weitgehend eigenständig; begleitend dokumentiert ein Forschungsteam technische und soziale Aspekte der Nutzung.
Untersuchungsfokus und Praxisfragen
Untersucht werden sowohl:
- technische Fragen – Buchungssysteme, Verfügbarkeit und Ladevorgänge;
- soziale Aspekte – Kommunikation, Vertrauen und Abstimmung innerhalb der Nachbarschaft;
- sowie die Nutzungsmuster: für welche Strecken und zu welchen Zeiten das Fahrzeug eingesetzt wird.
Ein weiterer Projektteil widmet sich der Frage, ob und wie die Autobatterie als stationärer Energiespeicher genutzt werden kann, etwa durch bidirektionales Laden und die Verzahnung mit Photovoltaik in der Straße.
Skalierung und Bedeutung für Hermagor
Das Vorhaben läuft an sechs Standorten im Projektgebiet; die teilnehmenden Haushalte stammen aus derselben unmittelbaren Nachbarschaft, befinden sich aber in unterschiedlichen Lebenssituationen. Für die Bezirkspolitik und Kommunalplanung sind die Erkenntnisse relevant: Funktioniert Nachbarschafts-Carsharing zuverlässig, könnten konkrete Schritte folgen – etwa Förderungen für Ladeinfrastruktur oder Beratungsangebote für organisierte Nachbarschaften.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet das Projekt praxisnahe Antworten auf Fragen, die im Alltag spürbar sind: Können Transportbedürfnisse gedeckt werden, ohne ein eigenes Fahrzeug dauerhaft vorzuhalten? Lässt sich Haushaltsbudget durch gemeinsame Nutzung senken? Welche Regeln und digitalen Hilfsmittel braucht eine Nachbarschaft, damit Nutzungskonflikte ausbleiben?
Publikums-Voting läuft noch bis 23. Juli
Aktuell ist FReD im Dorf unter den Top 5 beim laufenden Publikums-Voting. Die drei Projekte mit den meisten Publikumsstimmen erhalten zusätzliche Punkte, die in die Endbewertung durch die Fachjury einfließen. Das Online-Publikumsvoting läuft noch bis Donnerstag, 23. Juli. Jede abgegebene Stimme erhöht die Chance, dass das Projekt im Gesamtranking besser abschneidet.
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Projektname | FReD im Dorf |
| Teilnehmer pro Auto | 3–4 Haushalte |
| Dauer der Tests | jeweils 2 Monate |
| Anzahl Standorte | 6 |
| Publikums-Voting endet | 23. Juli |
Für Bewohnerinnen und Bewohner des Bezirks, die sich für nachhaltige Mobilität interessieren, bietet das Projekt konkrete Anschauungswerte. Gemeinden und Interessierte sollten die Ergebnisse beachten, um mögliche Maßnahmen – von Ladepunkten bis zu Nachbarschaftsinitiativen – besser planen zu können. Bis zur Abstimmung bleibt nur wenig Zeit: Jede Stimme kann hier den Unterschied machen.