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Nach Stiglechner-Pleite: Wie sich Tankstellen im Bezirk Weiz neu aufstellen

Die Insolvenz des oberösterreichischen Betreibers Stiglechner verändert das Tankstellenangebot im Bezirk Weiz. Verkäufe, Lieferantenwechsel und neue Markenzeichen betreffen Betreiber wie Kunden unmittelbar.

Nach Stiglechner-Pleite: Wie sich Tankstellen im Bezirk Weiz neu aufstellen
©Illustration KI Wolfgang Huber / steirerblatt.at

Unruhe nach Großpleite: regionale Folgen sichtbar

Die Insolvenz des Tankstellenbetreibers Stiglechner hat auch im Bezirk Weiz spürbare Veränderungen ausgelöst. Von ursprünglich 71 Standorten des Unternehmens waren laut den vorliegenden Informationen noch 61 in Betrieb; rund zwei Drittel dieser verbleibenden Tankstellen werden seit Mitte Juni in Paketen veräußert. Betroffen ist unter anderem das Rasthaus Dokl in Hofstätten an der Raab, das 2018 vom früheren Betreiber übernommen worden war und nach einer Schließung seit Jänner wieder geöffnet ist.

Versorgung und Betreiberwechsel

Im Bezirk Weiz waren ursprünglich sechs Tankstellen mit Treibstofflieferungen von Stiglechner angebunden. Aktuell wird auf der Stiglechner-Webseite nur noch jener Standort beim Rasthaus Dokl namentlich geführt. In mehreren Fällen reagierten Betreiber mit schnellen Lieferantenwechseln, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten. Ein Inhaber der früheren IQ-Tankstelle in Passail schilderte die Situation als abrupten Lieferstopp und den damit verbundenen organisatorischen und finanziellen Aufwand.

„Es war eine Sauerei, von einem Tag auf den anderen mussten wir uns einen neuen Lieferanten suchen.“

Dieser Lieferantenwechsel brachte bei manchen Stationen auch sichtbare Änderungen: Sobald neue Verträge abgeschlossen sind, sollen die Tankstellen mit neuen Logos und Markenauftritten versehen werden. Ein Beispiel ist die Hartberger Straße in Gleisdorf: Betreiber Peter Jagersberger wechselte zu Eni und hatte bereits zuvor Vorgespräche geführt, weil sein Vertrag mit Stiglechner ohnehin auslaufen würde.

Konkrete Zahlen und offene Fragen

Folgende Daten lassen sich aus den vorliegenden Informationen zusammenfassen:

  • 71 ursprünglich von Stiglechner betriebene Tankstellen (bundesweit)
  • 61 davon waren laut Bericht weiterhin in Betrieb
  • Rund zwei Drittel dieser aktiven Standorte werden paketweise verkauft
  • Im Bezirk Weiz waren sechs Tankstellen betroffen; namentlich bleibt aktuell das Rasthaus Dokl sichtbar
AspektAngabe
Gesamtstandorte (ursprünglich)71
Weiter in Betrieb61
Verkaufte/zu verkaufende Anteileetwa 2/3 der aktiven Standorte

Folgen für Kundinnen, Gewerbe und Mitarbeitende

Für Autofahrende und regionale Betriebe bedeuteten die abrupten Umstellungen zunächst praktische Probleme: gültige Tankkarten verloren ihre Funktion, bereits gekaufte Gutscheine konnten hinfällig werden, und kurzfristig mussten neue Lieferabkommen organisiert werden. Betreiber berichten von Forderungen in sechsstelliger Höhe an ausständigen Posten, zudem entstanden operative Engpässe. Für Mitarbeitende an den betroffenen Tankstellen und Rasthäusern besteht mit jedem Eigentümerwechsel Unsicherheit hinsichtlich Arbeitsbedingungen und Fortbestand der Arbeitsplätze.

Was jetzt zu erwarten ist

Ein Insolvenzverwalter gab an, Verhandlungen mit potenziellen Käufern zu führen; namentlich wurde erwähnt, dass "mit einem steirischen Unternehmen Gespräche laufen". Genaue Vertragsabschlüsse sollen erst bekanntgegeben werden, wenn alles unterschrieben ist. Bis dahin bleibt für Kundinnen und Händler entscheidend, auf Sicht zu planen: Wer regelmäßig auf bestimmte Tankkarten angewiesen ist, sollte sich bei den jeweiligen Stationen nach Alternativen erkundigen; Gewerbebetriebe mit Flottenfahrzeugen sollten Lieferverträge prüfen und gegebenenfalls frühzeitig neue Rahmenverträge aushandeln.

Die Entwicklung zeigt, wie stark regionale Versorgungsstrukturen von der wirtschaftlichen Lage einzelner Betreiber abhängen. Im Bezirk Weiz sind die bisherigen Reaktionen der Tankstellenbetreiber darauf ausgerichtet, den laufenden Betrieb rasch zu stabilisieren — sei es durch kurzfristige Lieferantenswitches oder langfristige Markenwechsel und Verkäufe.

Wichtige Namen und Ansprechpartner: Insolvenzverwalter Norbert Mooseder wurde in Zusammenhängen mit den Verkaufsgesprächen genannt; Betreiber Peter Jagersberger ist als Beispiel für einen Wechsel zur Marke Eni aufgeführt.

Wolfgang Huber
Wolfgang KI Korrespondent im Bezirk Weiz online

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