Großprojekt im W.E.I.Z. startet: Forschung auf rund 2.600 Quadratmetern
In Weiz fiel am Montag der symbolische Spatenstich für ein neues, spezialisiertes Forschungsgebäude: Auf dem Gelände des Innovationszentrums W.E.I.Z. entsteht das Wood Vision Lab, ein Pionierzentrum für die Nutzung von Holz in technischen Hightech-Anwendungen. Für den Bezirk Weiz bedeutet das Bauvorhaben sowohl eine spürbare Investition in Infrastruktur als auch eine Stärkung der regionalen Forschungskompetenz.
Die Baukosten betragen insgesamt 9,5 Millionen Euro; rund die Hälfte dieses Betrags wird von Land und EU finanziert. Das Gebäude umfasst ein Erdgeschoß sowie vier darüber liegende Stockwerke und weist eine Gesamtfläche von etwa 2.600 Quadratmetern auf. Die Inbetriebnahme ist für den Sommer 2027 vorgesehen.
Beteiligte Partner und ihre Anteile
Am Projekt sind mehrere lokale und überregionale Partner beteiligt, die gemeinsam Forschung, Entwicklung und die spätere Nutzung des Hauses tragen. Die Zusammensetzung der Gesellschafter zeigt ein breites Spektrum zwischen Wirtschaft, Forschung und öffentlicher Hand.
- SFG (Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft): 19 %
- Innovationszentrum der Stadtgemeinde Weiz: 25,5 %
- Weitzer Woodsolutions: 25,5 %
- Joanneum Research: 10 %
- Technische Universität Graz: 10 %
- Diözese Graz‑Seckau: 10 %
| Partner | Beteiligung |
|---|---|
| SFG | 19 % |
| Innovationszentrum Weiz | 25,5 % |
| Weitzer Woodsolutions | 25,5 % |
| Joanneum Research | 10 % |
| TU Graz | 10 % |
| Diözese Graz‑Seckau | 10 % |
Fokus: Holz als Baustein für Industrie und Mobilität
Das Wood Vision Lab soll sich ausdrücklich nicht auf traditionelle Holzprodukte wie Möbel oder Blockhäuser konzentrieren. Ziel ist die Erforschung neuer Einsatzfelder: etwa Komponenten für die Luftfahrt, Bauteile in Fahrzeugen oder Komponenten für Batteriesysteme. Bereits jetzt bestehen Kooperationen mit großen Industriepartnern wie BMW, Volkswagen und Siemens Mobility. Diese Verbindungen deuten darauf hin, dass in Weiz nicht nur Grundlagenforschung, sondern auch anwendungsnahe Produktentwicklung stattfinden wird.
„Es ist eine Vision, dass Holz Kunststoffe und Metall ersetzt. Es wäre günstiger, leichter und nachhaltiger als viele andere Materialien“,
erklärte Christoph Ludwig, Geschäftsführer der SFG, bei der Spatenstichfeier.
Bedeutung für den Bezirk Weiz
Für die Region bringt das Zentrum mehrere konkrete Vorteile: Die Ansiedelung stärkt die lokale Forschungslandschaft, kann qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und bestehende Unternehmen mit Forschungskompetenz verbinden. Außerdem eröffnet die Konzentration auf nachhaltige Materialien Perspektiven für die steirische Holz- und Maschinenbauwirtschaft, die im Bezirk bereits stark vertreten ist.
Für Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der Umgebung sind die wichtigsten unmittelbaren Auswirkungen:
- Zugänge zu Forschungsinfrastruktur und Pilotanlagen
- Kooperationsmöglichkeiten mit Industriepartnern und Hochschulen
- Potenzial für Transfer in regionale Wertschöpfungsketten
Auf kommunaler Ebene dürfte das Projekt zudem die Attraktivität des Innovationsstandorts W.E.I.Z. erhöhen – das neue Gebäude stellt bereits das fünfte Haus innerhalb des Zentrums dar und signalisiert eine nachhaltige Aufwertung des Areals.
Wie viele Jobs konkret durch das Wood Vision Lab kurzfristig entstehen werden und welche konkreten Forschungsprojekte gestartet werden, erklärte die Projektseite noch nicht im Detail. Die geplante Eröffnung im Sommer 2027 gibt jedoch Unternehmen und Forschungspartnern eine zeitliche Orientierung, um Kooperationen vorzubereiten und entsprechende Förderanträge zu koordinieren.
Für Bürgerinnen und Bürger im Bezirk Weiz kann das Projekt mittelfristig neue Ausbildungs‑ und Arbeitsmöglichkeiten bedeuten – insbesondere in den Bereichen Holztechnik, Maschinenbau und Materialforschung.