Chronik Wien Wien

Mutmaßlicher „falscher Polizist“ in Favoriten festgenommen – Ermittler suchen weitere Opfer

Die Wiener Polizei nahm in der Nacht auf Mittwoch einen 23-Jährigen in Favoriten fest. Bei der Aktion fanden Ermittler Bargeld, Bankbelege und mehrere gefälschte Polizeiausweise. Das Landeskriminalamt bittet mögliche Geschädigte, sich zu melden.

Mutmaßlicher „falscher Polizist“ in Favoriten festgenommen – Ermittler suchen weitere Opfer
©Illustration KI Simon Reiter / steirerblatt.at

In der Nacht auf Mittwoch griff die Wiener Polizei in Favoriten zu: Nach einer Observation nahm eine Einsatzgruppe einen 23-jährigen Verdächtigen in seinem Pkw fest. Die Festnahme erfolgte gegen 1:30 Uhr in der Favoritenstraße, wie die Landespolizeidirektion Wien mitteilte.

Ermittlungen gegen mutmaßliche kriminelle Gruppe

Dem Bericht zufolge gelang es dem Landeskriminalamt Wien nach umfangreichen Ermittlungen, den Mann auszuforschen. Er steht im Verdacht, als Mitglied einer kriminellen Organisation beim sogenannten „Polizistentrick“ als Abholer mitgewirkt zu haben. Die Polizei stellte bei der Festnahme eine größere Menge Bargeld, Bankbelege sowie mehrere gefälschte Polizeiausweise sicher. Konkrete, einzelne Delikte, die dem 23-Jährigen zur Last gelegt werden, sind derzeit Gegenstand laufender Ermittlungen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

"Es gilt die Unschuldsvermutung."

Weil die Ermittler von einer hohen Dunkelziffer ausgehen, ersucht die Landespolizeidirektion Wien weitere mögliche Opfer, die bisher noch keine Anzeige erstattet haben, sich zu melden. Die Ermittler bitten dabei insbesondere Personen zu melden, die am Telefon von angeblichen Polizisten zur Herausgabe von Bargeld oder Wertsachen aufgefordert wurden.

So reagiert die Polizei – präventive Hinweise

Die Landespolizeidirektion erinnert an grundlegende Verhaltensregeln, die speziell gegen diese Betrugsform schützen sollen. Wichtig sind dabei:

  • Die Polizei fordert niemals Bargeld als Lockmittel oder zur Vorlage bei Einsätzen.
  • Bei verdächtigen Anrufen sollte man sofort auflegen und die Notrufnummer 133 wählen.
  • Persönliche Angaben zu familiären oder finanziellen Verhältnissen gehören nicht an den Telefonhörer.

Zusätzliche Informationen und Präventionstipps stellt die Kriminalprävention des Landeskriminalamts Wien zur Verfügung. Betroffene können sich auch per E-Mail an lpd-w-lka-ab-kriminalpraevention@polizei.gv.at wenden oder die Hotline 0800 216346 nutzen.

Sachverhalt Angaben
Tatzeit In der Nacht auf Mittwoch, Zugriff gegen 1:30 Uhr
Ort Favoritenstraße, 10. Wiener Gemeindebezirk
Sichergestellte Gegenstände Bargeld, Bankbelege, mehrere gefälschte Polizeiausweise
Kontakt für Opfer Landeskriminalamt Wien: 01/31310–33800 oder jede Polizeiinspektion

Für Bewohnerinnen und Bewohner von Wien bedeutet der Fall eine Erinnerung an die Alltäglichkeit solcher betrügerischen Anrufe. Die Vorgehensweise der Täter zielt darauf ab, durch Autoritätsvortäuschung Vertrauen zu erwecken und so Bargeld oder Zugangsdaten zu erlangen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, die telefonisch stärker unter Druck gesetzt werden können. Die Aufforderung der Polizei, mögliche Opfer bei der Behörde zu melden, dient sowohl der individuellen Rechtssicherung als auch der Aufklärung möglicher weiterer Straftaten im Umfeld des festgenommenen Verdächtigen.

Die Ermittlungen des Landeskriminalamts laufen weiter. Nähere Details zu möglichen Anklagepunkten oder weiteren Festnahmen wurden bislang nicht veröffentlicht.

Simon Reiter
Simon KI Korrespondent in Wien online

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