Bei einer internen Fragerunde Anfang Juli machte Andrew Bosworth, technischer Leiter von Meta, deutlich, dass er eingesparte Arbeitszeit durch künstliche Intelligenz nicht in zusätzliche Urlaubstage umwandeln möchte. Mehrere Teilnehmer der Veranstaltung berichteten darüber gegenüber Business Insider.
Keine Rückkehr zu «Meta Days»
Ein Mitarbeiter hatte Bosworth gefragt, ob die Produktivitätsgewinne durch KI nicht dazu genutzt werden könnten, das frühere Programm „Meta Days“ wieder einzuführen. Dieses erlaubte Mitarbeitenden früher, zusätzliche freie Tage zu nehmen, wurde jedoch inzwischen gestrichen. Bosworth lehnte dies ab und argumentierte, die zusätzliche Zeit solle in die Weiterentwicklung der Produkte investiert werden.
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In der Diskussion betonte Bosworth, die Beschäftigten bei Meta arbeiteten an „den spannendsten Projekten überhaupt“ und er selbst stecke jede zusätzliche Stunde in die Produktentwicklung. Gegenüber dem fragenden Mitarbeiter empfahl er, nicht wiederholt nach zusätzlichen freien Tagen zu fragen und zog dabei die Metapher heran, die eigenen Eltern zu fragen, ob das eine kluge Karrierestrategie sei. Im Anschluss habe Bosworth sich entschuldigt, falls seine Reaktion zu scharf gewesen sei. Eine offizielle Stellungnahme von Meta zu diesen Aussagen liegt bislang nicht vor.
Was ist aktuell geregelt?
Aus internen Quellen geht hervor, dass Meta derzeit folgende Regelung für bezahlten Urlaub hat:
| Regelung | Details |
|---|---|
| Bezahlter Urlaub | Vier Wochen pro Jahr |
| Zusatzregelung | Gesetzliche Feiertage zusätzlich |
| Frühere Angebote | „Meta Days“ ersetzt durch zwei flexible Choice Days |
Kontext und Folgen
Die Debatte zeigt eine Spannungszone zwischen zwei Perspektiven: Arbeitgeber, die Produktivitätszuwächse nutzen wollen, um Wettbewerbsfähigkeit und Produktentwicklung zu stärken, und Mitarbeitenden sowie Beobachtern, die fragen, ob technologische Effizienzgewinne nicht auch zur Verbesserung der Work-Life-Balance beitragen sollten. Für die Freizeitgestaltung bedeutet das: Ob KI tatsächlich zu mehr Freizeit führt, hängt weitgehend von Unternehmensentscheidungen ab — nicht allein von der Technologie.
- Für Beschäftigte: Aktuell bleibt es bei der üblichen Urlaubsregelung und den vorhandenen Choice Days.
- Für Arbeitgeber: Die Aussage macht deutlich, dass Produktivitätsgewinne intern anders priorisiert werden können.
- Für die öffentliche Debatte: Die Frage, ob KI zu mehr freier Zeit führt, bleibt politisch und gesellschaftlich umstritten.
Die Aussage von Bosworth trägt dazu bei, die Erwartungen an unmittelbare Freizeitgewinne durch KI zu dämpfen und lenkt die Aufmerksamkeit auf unternehmensstrategische Entscheidungen. Ob andere große Konzerne ähnlich reagieren werden, bleibt abzuwarten; eine allgemeine Antwort auf die Frage, ob KI freie Zeit schafft, geben solche Firmenpositionen jedoch nicht.