Unfall auf der Lammersdorfer-Alm-Straße fordert vier Verletzte
Am 6. August 2026 kam es gegen 16:30 Uhr auf der Lammersdorfer-Alm-Straße in der Gemeinde Millstatt zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein Pkw mit vier Insassen stürzte nach dem Verlassen der Fahrbahn rund drei Meter eine steile Böschung hinab und blieb auf dem Dach liegen. Bei den Verletzten handelt es sich um einen 59-jährigen Lenker aus den Niederlanden, seine 57-jährige Ehefrau sowie deren zwei Töchter im Alter von 17 und 20 Jahren.
Ablauf und mutmaßliche Ursache
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand versuchte der Lenker, vor einer scharfen Rechtskurve zu bremsen. Er gab an, dass die Bremsanlage nicht mehr ausreichend wirkte. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Betriebsbremse während der Talfahrt nahezu durchgehend betätigt wurde. In der Folge kam es offenbar zu einer thermischen Überlastung der Bremse (Bremsfading), wodurch die Bremswirkung deutlich nachließ. Mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit wurde die Kurve durchfahren, woraufhin der Lenker die Kontrolle über das Fahrzeug verlor.
Rettung und medizinische Versorgung
Das Fahrzeug war mit einem automatischen eCall-System ausgestattet, wodurch unmittelbar nach dem Unfall Einsatzkräfte alarmiert wurden. Feuerwehrkräfte aus Lammersdorf, Millstatt, Obermillstatt, Seeboden, Radenthein sowie die Bergrettung führten die Rettungsarbeiten durch. Wegen des steilen, unwegsamen Geländes gestaltete sich die Bergung besonders anspruchsvoll.
Die Erstversorgung erfolgte durch den Notarzthubschrauber RK1 und mehrere Teams des Roten Kreuzes. Die 57-jährige Beifahrerin wurde nach notärztlicher Versorgung mit Verletzungen unbestimmten Grades mit dem Hubschrauber in das Krankenhaus Villach geflogen. Der 59-jährige Fahrer und die beiden Töchter wurden mit Verletzungen unbestimmten Grades in das Krankenhaus Spittal an der Drau eingeliefert.
Was der Vorfall für Verkehrsteilnehmende bedeutet
Der Unfall macht deutlich, wie gefährlich anhaltende Bremsbelastung in alpinem Gelände sein kann. Bremsfading tritt bei starker Hitzeentwicklung auf und reduziert die Bremswirkung erheblich. Besonders auf steilen Talfahrten sollten Lenkerinnen und Lenker geeignete Fahrtechniken und Gangwahl nutzen, um eine Überhitzung der Bremsen zu vermeiden. Für Urlauber und Ortsfremde ist die Kenntnis solcher Risiken wichtig, da in Tourismusregionen häufiger alpine Strecken befahren werden.
- Zahl der Verletzten: 4 Personen
- Verletzungsstatus: Verletzungen unbestimmten Grades
- Einsatzkräfte: mehrere Feuerwehren, Bergrettung, Notarzthubschrauber RK1, Rotes Kreuz
Übersicht: Verletzungen und Transport
| Person | Alter | Transportziel |
|---|---|---|
| Fahrer | 59 | Krankenhaus Spittal an der Drau |
| Beifahrerin | 57 | Krankenhaus Villach (per Hubschrauber) |
| Tochter | 20 | Krankenhaus Spittal an der Drau |
| Tochter | 17 | Krankenhaus Spittal an der Drau |
Die Landespolizei führt die Ermittlungen zur genauen Unfallursache weiter. Für die Bevölkerung im Bezirk Spittal an der Drau bleibt der Vorfall eine mahnende Erinnerung an die besonderen Anforderungen beim Fahren in bergigem Gelände.