DÖBRIACH. Die Wasserrettung in Döbriach nutzt seit Kurzem einen Unterwasserroboter, der bei Einsätzen dort eingesetzt werden kann, wo Menschen an ihre physischen Grenzen stoßen. Der Roboter ergänzt die vorhandenen Ortungsgeräte und erweitert die Einsatzmöglichkeiten insbesondere am Millstätter See, der Stellen mit beträchtlicher Tiefe aufweist.
Technische Stärken und Einsatzgebiete
Der Roboter ist für Einsätze bis zu einer Tiefe von 200 Metern ausgelegt und verfügt über ein 360-Grad-Sonar, mehrere Kamerasysteme sowie eine leistungsstarke Beleuchtung. Diese Ausstattung ermöglicht es, auch bei sehr schlechter Sicht oder in völliger Dunkelheit Fundstellen zu lokalisieren und erste Sicherungsmaßnahmen durchzuführen. Im Vergleich zum herkömmlichen Sonar liefert das Gerät zusätzliche visuelle Informationen und kann gezielt Bereiche absuchen.
- Maximale Einsatztiefe: 200 Meter
- Sonar: 360-Grad-Sonar
- Optik: Kamerasysteme für Dunkelheit und schlechte Sicht
- Einsatzorte: u. a. Millstätter See mit Tiefen bis 140 Meter
Ergänzung, kein Ersatz für Taucher
Trotz der erweiterten technischen Möglichkeiten ersetzt der Unterwasserroboter nicht die Einsatztaucher. Bei komplexen Bergungen oder wenn größere Lasten bewegt werden müssen, bleiben laut Einsatztaucher der ÖWR Döbriach spezialisierte Taucher notwendig. Der Roboter verringert jedoch Risiken und kann lange Suchzeiten verkürzen, weil er ohne die Einschränkungen durch Dekompressionszeiten arbeiten kann.
„Der Roboter hat praktisch keine Einsatzzeitbegrenzung, benötigt keine Dekompressionsstopps und kann auch unter Eis oder bei schwierigen Bedingungen eingesetzt werden. Außerdem kann er Fundstellen markieren und erste Sicherungsmaßnahmen durchführen.“
Konkrete Bedeutung für den Bezirk
Für die Bevölkerung und Rettungsorganisationen im Bezirk Spittal an der Drau bringt das neue Gerät mehrere praktische Vorteile: Suchaktionen können schneller begonnen und großflächiger durchgeführt werden, sichtbehinderte Tiefenbereiche am Millstätter See lassen sich zielgerichteter untersuchen, und die Sicherheit der eingesetzten Personen erhöht sich durch die Möglichkeit, gefährliche Situationen zunächst ferngesteuert zu beurteilen.
Die Wasserrettung betont zugleich, dass Mensch und Maschine in den Einsätzen kooperieren: Während der Roboter Fundstellen lokalisiert und Erstmaßnahmen setzen kann, bleiben bei der Bergung und bei komplexen Rettungssituationen ausgebildete Einsatztaucher unverzichtbar. Zudem wird in Kärnten an einer eigenen Tieftauchgruppe innerhalb der Wasserrettung gearbeitet, um die neue Technik mit spezialisierter menschlicher Kompetenz zu verbinden.
Technische Daten (Auszug)
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Max. Einsatztiefe | 200 Meter |
| Sonar | 360-Grad |
| Optik | Kamerasysteme, leistungsstarke Beleuchtung |
Für Betroffene am Millstätter See bedeutet das: Rettungseinsätze in tiefen Bereichen können künftig schneller und risikoärmer vorbereitet werden. Die Kombination aus moderner Technik und qualifizierten Einsatztauchern soll die Effizienz bei Suche und Bergung verbessern und die Sicherheit für Helfer und Betroffene erhöhen.