Verstärkte Fallzahl seit Ende Juli
Im Großraum Linz wurden seit dem 20. Juli gehäuft Infektionen durch Legionellen registriert. Laut Aussendung der Landesabteilung Gesundheit entfallen von insgesamt 20 gemeldeten Fällen in Oberösterreich 15 auf die Region Linz. Das Kepler Uniklinikum bestätigte auf Anfrage sechs diagnostizierte Fälle, von denen sich zwei derzeit auf der Intensivstation befinden.
Behörden arbeiten an Ursachenermittlung
Die zuständigen städtischen Gesundheitsbehörden und das Land stehen nach eigenen Angaben unter hohem Druck, mögliche Zusammenhänge und Infektionsquellen zu identifizieren. Zur fachlichen Unterstützung wurde die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hinzugezogen. Es werden umfangreiche Proben genommen, unter anderem aus Kühltürmen, um mögliche Kontaminationsherde auszuschließen oder nachzuweisen.
Die Gesundheitsbehörde des Magistrats arbeite "mit Hochdruck an der Abklärung der gehäuft auftretenden Legionelleninfektionen".
Welche Quellen werden untersucht?
Bei Legionelleninfektionen kommen unterschiedliche Anlagen in Frage, die feinste Wassertröpfchen (Aerosole) erzeugen können. Die Untersuchungen beziehen sich unter anderem auf:
- Kühltürme und industrielle Wasserkreisläufe
- Klimaanlagen und Luftbefeuchter
- Whirlpools, Wasserfontänen und Duschen
Die AGES weist darauf hin, dass Legionellen in seltenen Fällen schwere Lungenentzündungen verursachen können (Legionärskrankheit). Leichtere Verlaufsformen ohne Lungenentzündung, das sogenannte Pontiac-Fieber, heilen meist innerhalb von zwei bis fünf Tagen aus. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Lungenerkrankungen sowie Raucherinnen und Raucher.
Konkrete Folgen für die Bevölkerung
Für Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt bedeutet die Situation vorerst erhöhte Aufmerksamkeit: Wer grippeähnliche Symptome oder Atembeschwerden entwickelt—insbesondere mit Fieber und Husten—sollte ärztliche Abklärung aufsuchen und den möglichen Kontakt mit relevanten Wasserquellen nennen. Betreiber von Anlagen mit Wassernebel- oder Aerosolbildung müssen mit behördlichen Kontrollen und Wasseranalysen rechnen und gegebenenfalls Reinigungs- und Wartungsmaßnahmen durchführen.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Gemeldete Fälle in OÖ | 20 |
| Davon im Großraum Linz | 15 |
| Bestätigte Fälle im Kepler Uniklinikum | 6 (davon 2 intensivpflichtig) |
Die Untersuchungen laufen. Solange die Ursachen nicht abschließend geklärt sind, werden weitere Probenahmen und Analysen erfolgen. Die Behörden haben bereits Maßnahmen zur Quellensuche eingeleitet; für die Allgemeinbevölkerung sind zum jetzigen Zeitpunkt keine flächendeckenden Einschränkungen oder Warnungen über das normale Gesundheitswesen hinaus bekanntgegeben worden.
Für Betroffene und Betreiber relevanter Anlagen empfiehlt es sich, die weiteren Mitteilungen der Landesabteilung Gesundheit und der AGES sowie Hinweise des Magistrats zu beachten und bei Unsicherheiten professionelle Beratung einzuholen.