In den vergangenen Wochen sind vermehrt Fälle von Legionelleninfektionen bekannt geworden, wobei auch Linz betroffen ist. Nach Angaben aus dem aktuellen Bericht befanden sich zwei Patienten mit Legionellose auf der Intensivstation des Kepler Universitätsklinikums, insgesamt wurden in der Region rund 20 Infektionsfälle registriert. Parallel meldete die Schweiz einen Todesfall und 26 Erkrankte.
Was sind Legionellen und wie gefährlich sind sie?
Legionellen sind stäbchenförmige, gramnegative Bakterien, die die sogenannte Legionärskrankheit—eine oft schwere Lungenentzündung—auslösen können. Die heimische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) weist darauf hin, dass die Erreger in der Umwelt weit verbreitet sind: in Oberflächengewässern, Grundwasser, feuchten Böden und auch in Substraten wie Blumenerde.
Übertragungswege und Risikoquellen
Besonders problematisch sind technische Wassersysteme, in denen sich Legionellen vermehren und in Form von feinsten Wassertröpfchen (Aerosolen) eingeatmet werden können. Zu den relevanten Quellen zählen laut Bericht:
- Warmwasserversorgungsanlagen in Großgebäuden (Spitäler, Seniorenheime, Hotels)
- Kühltürme, Whirlpools und Dampfbäder
- Befeuchtungsanlagen und Verteilsysteme von Thermalquellen
- längere Stagnation in Leitungen, etwa durch selten genutzte Duschen oder einen im Keller gelagerten Gartenschlauch
„Denken Sie an einen Gartenschlauch: Wenn dieser drei Monate im Keller hängt, kann darin alles Mögliche wachsen und sich vermehren. Oder denken Sie an Gartenduschen.“ — Guido Hinterberger, Leiter der Prüfstelle der Krankenhaushygiene und Technischen Hygiene, Institut für Hygiene, Medizinische Universität Innsbruck
Hinterberger betont außerdem, dass das Einatmen von Aerosolen beim Duschen, Whirlpool-Betrieb oder durch Lüftungsanlagen die Hauptübertragungswege sind.
Praktische Hinweise für Haushalte und Betreiber
Aus den genannten Fakten lassen sich konkrete Empfehlungen ableiten, die speziell für Haushalte und Betreiber in Linz von Bedeutung sind:
- Vor Inbetriebnahme einer Dusche oder nach längerer Stilllegung Leitungen durchspülen, um stagnierendes Wasser zu entfernen.
- Whirlpools, Dampfbäder und andere Wasserattraktionen regelmäßig warten und fachgerecht desinfizieren lassen.
- Betreiber großer Warmwassersysteme—insbesondere in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Hotels—sollten ihre Anlagen auf Legionellen überwachen und technische Schutzmaßnahmen umsetzen.
- Bei gehäuften Erkrankungen sofort die Gesundheitsbehörden und die zuständige Hygienestelle informieren, damit Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfolgen können.
Für die Bevölkerung bleibt wichtig: Nicht jede Präsenz von Legionellen führt zwangsläufig zu Erkrankungen, wohl aber erhöhen bestimmte Bedingungen das Risiko einer schweren Infektion. Die aktuellen Fälle in Linz und die beiden Intensivpatienten unterstreichen die Bedeutung von Überwachung und Prävention, vor allem in sensiblen Einrichtungen.
| Ort | Berichtete Fälle | Schwere Verläufe |
|---|---|---|
| Schweiz | 26 | 1 Todesfall |
| Linz (Region) | 20 | 2 Intensivpatienten |
Die Gesundheitsbehörden und Einrichtungen in Linz sind nun gefordert, Infektionsquellen zu prüfen und Maßnahmen zu verstärken. Für Bewohnerinnen und Bewohner gilt: Wassersysteme nicht unbeaufsichtigt lassen, bei Unsicherheit Expertinnen und Experten zuziehen und Hygienehinweise beachten.