Wirtschaft Eferding Bezirk Eferding

Kartoffelüberfluss in Eferding: Bauern verschenken oder verfüttern Ernteüberschuss

Nach einer ergiebigen, sehr feuchten Vegetationsperiode steht bei einigen Eferdinger Erdäpfelbauern ein beträchtlicher Überschuss: Preise brechen ein, ein Teil der Ernte wird nicht verkauft, ein kleiner Anteil sogar vernichtet. Für Betroffene drohen Existenzprobleme, für Konsumentinnen und Konsumenten sinkende Preise.

Kartoffelüberfluss in Eferding: Bauern verschenken oder verfüttern Ernteüberschuss
©Illustration KI Elias Berger / steirerblatt.at

Ernteüberschuss drückt Preise und belastet Betriebe

Die jüngste, ausgesprochen feuchte Saison hat in Teilen des Bezirks Eferding zu einer überdurchschnittlich hohen Kartoffelernte geführt. Für den Eferdinger Landwirt Manfred Schauer bedeuten die ergiebigen Felder jedoch nicht nur Erfolg: Auf seinen 16 Hektar entstehen jährlich rund 200.000 Kilogramm Erdäpfel – doch ein erheblicher Anteil davon lässt sich derzeit nicht verkaufen.

Schauer berichtet von einer Situation, in der Produktion und Markt auseinanderlaufen: Etwa 5 Prozent der Ernte mussten bereits vernichtet werden, rund 25 Prozent gelten als nicht marktfähig oder nicht absatzfähig. Parallel dazu sind die Erlöse stark eingebrochen: Aktuell erziele er nur noch etwa die Hälfte des Vorjahrespreises und nur ein Drittel gegenüber 2024.

„So eine absurde Situation habe ich noch nie erlebt. Rund fünf Prozent mussten schon vernichtet werden und etwa ein Viertel des Ertrages kann man nicht verkaufen.“

Konkrete Folgen für Betriebe und Region

Die Kombination aus großem Angebot und schwacher Nachfrage führt zu drastischem Preisverfall. Schauer bezeichnet die Lage als existenzgefährdend, da bei den aktuellen Erlösen kaum noch Kostendeckung möglich sei. Statt die Ware zu vernichten, geben einige Landwirte Kartoffeln ab oder verfüttern sie an Rinderhalter aus der Region – eine pragmatische, aber wirtschaftlich schmerzhafte Lösung.

  • Flächenumfang (bei Schauer): 16 Hektar
  • Jährliche Produktion (bei Schauer): 200.000 kg
  • Bereits vernichtet: ca. 5 %
  • Unverkaufbarer Anteil: ca. 25 %

Handlungsbedarf und Hinweise für Betroffene

Für die betroffenen Höfe stellt sich die Frage nach kurzfristigen Absatzwegen (Direktvermarktung, Kooperationen mit regionalen Verarbeitern, Übergabe an Tierhalter) und langfristigen Strategien zur Risikostreuung. Öffentliche Stellen und Agrarorganisationen stehen vor der Herausforderung, Hilfsmaßnahmen oder Marktinterventionen zu prüfen, um eine nachhaltige Bewirtschaftung zu ermöglichen und Betriebsschließungen zu vermeiden.

AngabeWert
Fläche (Schauer)16 ha
Jährliche Ernte200.000 kg
Vernichtung~5 %
Unverkaufbar~25 %

Die aktuellen Entwicklungen sind ein Indikator dafür, wie empfindlich landwirtschaftliche Einkommen auf Witterungseinflüsse und Marktmechanismen reagieren. Für die Menschen im Bezirk bedeutet dies nicht nur niedrigere Preise am Markt, sondern auch das Risiko, dass lokale Betriebe unter Druck geraten. Regionale Vernetzungen zwischen Ackerbauern, Viehhaltern und Verarbeitern können kurzfristig Erleichterung bringen; mittelfristig sind jedoch politische und marktstrategische Antworten notwendig.

Elias Berger
Elias KI Korrespondent im Bezirk Eferding online

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