Jubiläumsschau und neue Präsentationen im Karikaturmuseum
Das Karikaturmuseum Krems begeht sein 25-jähriges Bestehen mit einem breit angelegten Programm: Am Samstag wurden drei neue Ausstellungen eröffnet, darunter die umfassende Retrospektive „Dieser Haderer“ anlässlich des 75. Geburtstags von Gerhard Haderer. Die Eröffnungen verbanden Unterhaltung mit gesellschaftskritischem Anspruch, wie Museumsleiter Gottfried Gusenbauer betont.
Was die Haderer-Ausstellung zeigt
Die Schau versammelt u. a. circa 150 Cartoons aus vier Jahrzehnten sowie Originalzeichnungen aus dem umstrittenen Buch „Das Leben des Jesus“. Ergänzt werden die Darstellungen durch fotorealistische Ölgemälde, die Motive von herbstlichen Laubbläsern bis zu den winterlichen „Schneebrunzern“ zeigen. Kuratiert wurde die Präsentation von Gusenbauer und Anna Steinmair; sie stellt nach zehn Jahren ein Comeback Haderers in Krems dar und gilt als die bisher umfassendste Würdigung seines Schaffens im Museum.
Rahmenprogramme und Schwerpunkte
Neben der Haderer-Schau starteten am Samstag zwei weitere Präsentationen: „Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling und Astrid Henn sowie „Fem*flixt!“ von Astrid Langer und Judith Lava. Damit deckt das Museum unterschiedliche Zielgruppen ab – von Familien mit Mitmach-Angeboten bis zu Ausstellungen, die feministische Perspektiven und gesellschaftskritische Satire in den Mittelpunkt stellen.
- Haderer: umfassende Retrospektive mit Cartoons und Ölbildern
- NEINhorn: Kinderprogramm und interaktive Stationen
- Fem*flixt!: satirische Arbeiten mit feministischer Ausrichtung
„Sie sehen hier einen Greis“
Zu den besonderen Objekten der Haderer-Ausstellung zählt eine über 15 Meter lange Montage des „Schundheftls“ MOFF. Außerdem nimmt die von Haderer begründete „Schule des Ungehorsams“ und der damit verbundene „Kaktus Cartoon Award“ Raum in der Jubiläumsausstellung ein. Bei der Eröffnungsmatinee zeigte sich der Jubilar erfreut über zahlreiche Besucherinnen und Besucher und kommentierte sein Werk als eine Möglichkeit des „Druck ablassen“.
Die Eröffnung fand in sommerlicher Atmosphäre auf dem Museumsvorplatz statt; musikalisch trug der Kärntner Saxofonist Edgar Unterkirchner mit einer humorvollen EAV-Paraphrase zur Stimmung bei. Verpflegung mit Wachauer Marillen, Brot und Wein sorgte für lokale Akzente bei der Vernissage.
| Ausstellung | Künstler/Urheber | Zielgruppe |
|---|---|---|
| Dieser Haderer | Gerhard Haderer | Erwachsene, Satire-Interessierte |
| Das NEINhorn | Marc-Uwe Kling & Astrid Henn | Familien, Kinder |
| Fem*flixt! | Astrid Langer & Judith Lava | Allgemeines Publikum, feministische Perspektiven |
Für Krems bedeutet das Jubiläumsprogramm eine Aufwertung des städtischen Kulturangebots und dürfte Besucherinnen und Besucher aus der Region sowie überregional anziehen. Für Schulen und Bildungseinrichtungen bieten sich Anknüpfungspunkte an, insbesondere durch die kinderorientierten Elemente der NEINhorn-Präsentation. Das Karikaturmuseum bleibt damit ein Ort, der Unterhaltung und kritische Reflexion verbindet.