JUDENBURG. Der Erhalt des Erlebnisbades in Judenburg steht wieder im Mittelpunkt kommunaler Debatten: In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde eine Resolution an das Land Steiermark beschlossen, mit der die Stadt um finanzielle Unterstützung bittet. Hintergrund sind sichtbare Bauschäden, technische Defizite und erhebliche laufende Kosten, die die Gemeinde derzeit alleine trägt.
Warum das Bad in Gefahr ist
Die Verantwortlichen schildern eine gespannte Lage: Sichtbarer Schaden am Bauwerk, technischer Modernisierungsbedarf und steigende Energieausgaben belasten den Betrieb. Laut Bericht der Stadt verursachte das Erlebnisbad zuletzt einen jährlichen Fehlbetrag von über 600.000 Euro. Gleichzeitig schreibt die Gemeinde, dass zur Ertüchtigung und Modernisierung Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro erforderlich wären.
Nutzen für Region und Schulen
Zur Bedeutung der Anlage für die Region zählen die Gemeinderäte unter anderem die Besucherzahlen und die Nutzung durch Bildungseinrichtungen: Pro Jahr werden mehr als 30.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet. Darüber hinaus lernen jährlich etwa 5.000 Kinder aus rund 20 Schulen des Bezirks im Judenburger Bad schwimmen; für die Schulangebote gibt es bereits eine Warteliste.
„Wir müssen schon sehr viel improvisieren“,
so beschreibt ein Bademeister die Lage hinter der gepflegten Außenfassade. Der Ausschussvorsitzende für Sport und Gesundheit betonte, man kämpfe um den Erhalt der Anlage und habe deshalb die Resolution an das Land verabschiedet. Fast alle Fraktionen folgten dem Antrag, die FPÖ enthielt sich.
- Jährlicher Verlust: über 600.000 Euro
- Besucherinnen und Besucher: mehr als 30.000/Jahr
- Schulschwimmangebote: rund 5.000 Kinder aus 20 Schulen
- Benötigte Investitionen: mehrere Millionen Euro
Stellungnahmen und politische Spannungen
Die Beschlusslage spiegelt auch unterschiedliche Auffassungen im Gemeinderat wider. Vizebürgermeisterin führte an, die Gemeinde solle zunächst eigene „Hausaufgaben“ erledigen und nicht sofort um Landeszuschüsse ansuchen. Andere Fraktionen sehen in einer Landesunterstützung hingegen die einzige realistische Möglichkeit, das Bad als regionales Freizeit- und Sportzentrum zu erhalten.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Jährlicher Verlust | über 600.000 € |
| Jährliche Besucher | mehr als 30.000 |
| Schulnutzung | ~5.000 Kinder, 20 Schulen |
Für die Einwohnerinnen und Einwohner des Bezirks Murtal geht es bei der Diskussion nicht nur um Freizeitwert, sondern auch um kommunale Prioritäten und Haushaltsmittel. Bleibt eine substanzielle Unterstützung aus, steht die Stadtgemeinde vor entschiedenen Abwägungen: weitere Einsparungen, mögliche Gebührenerhöhungen oder Investitionsstau mit langfristigen Folgen für Sicherheit und Betriebsfähigkeit des Bades.
Die Stadt hat die Resolution an das Land gerichtet; ein verbindliches Signal seitens der Landesregierung liegt noch nicht vor. Die nächsten Schritte hängen nun von Gesprächen zwischen Gemeinde und Land sowie von internen Priorisierungen im Gemeindebudget ab.