Neuer Vorsitz, neues System
Der ORF Kärnten hat Insa Wilke zur neuen Sprecherin der Jury der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt bestellt. Wilke tritt damit die Nachfolge von Klaus Kastberger an und wird die Diskussionen um den traditionsreichen Ingeborg-Bachmann-Preis leiten. Parallel dazu führt der ORF ein verbindliches Rotationsmodell für die Juryämter ein, das die Zusammensetzung der Jury künftig regelmäßiger erneuern soll.
Wilke bringt langjährige Erfahrung in der Debattenrunde mit: Sie war bereits zwischen 2018 und 2023 Mitglied der Jury und hatte den Vorsitz zuvor inne. Ihre Ernennung fällt zusammen mit der Vorstellung konkreter Laufzeitregelungen für Juryvorsitz und Mitarbeit — eine Reaktion auf den Wunsch nach planbarer Erneuerung und einer strukturierten Personalpolitik beim Festival.
Was sich ändert
Die wichtigsten Eckpunkte des neuen Modells hat der ORF Kärnten formuliert:
- Juryvorsitz: Begrenzung auf drei Jahre
- Jurymitgliedschaft: Standardmäßige Zugehörigkeit vier Jahre
- Verlängerungsoption: Möglichkeit zur Verlängerung um zwei weitere Jahre
| Funktion | Neuregelung |
|---|---|
| Juryvorsitz | 3 Jahre |
| Jurymitglied | 4 Jahre (+ optional 2 Jahre) |
Die Maßnahmen zielen darauf ab, eine Balance zwischen Kontinuität und Erneuerung zu schaffen. ORF-Landesdirektorin Karin Bernhard betont, dass solche Regelungen dem Wettbewerb guttun dürften, weil sie Veränderungen planbar machen und zugleich frische Sichtweisen ermöglichen.
„Der Juryvorsitz ist in Zukunft auf drei Jahre begrenzt. JurorInnen verbleiben vier Jahre in der Bachmann-Jury und haben die Option, um zwei weitere Jahre zu verlängern.“
Bedeutung für Klagenfurt und das Festival
Die Tage der deutschsprachigen Literatur sind seit Jahrzehnten ein Fixpunkt im kulturellen Kalender Klagenfurts. Veränderungen in der Jurystruktur betreffen nicht nur die interne Arbeit, sondern auch die öffentliche Wahrnehmung des Wettbewerbs und die Art der Diskussionen, die im Rahmen der Lesungen und Jurydiskussionen geführt werden. Für das Publikum in Klagenfurt bedeutet das: mögliche neue Stimmen in der Jury, die andere literarische Präferenzen oder Diskussionsformen einbringen, zugleich aber auch eine planbare Kontinuität über mehrere Jahre.
Ein frühzeitiges Signal der Erneuerung ist zudem die Ankündigung des Termins: Die 51. Tage der deutschsprachigen Literatur finden von 23. bis 27. Juni 2027 statt. Die Neuregelung dürfte Auswirkungen auf die Auswahl der Jurorinnen und Juroren in den kommenden Jahren haben und somit auf die Ausrichtung der Debatten, die das Festival bundesweit bekannt machen.
Ausblick
Für Autorinnen und Autoren, Verlage und das lokale Kulturleben bleiben nun die konkreten Personalentscheidungen interessant: Welche Expertinnen und Experten werden in den kommenden Jahren die literarischen Texte bewerten, und welche Impulse setzen sie? Die neue Struktur legt zumindest formale Rahmen fest, die einen regelmäßigen Wechsel erleichtern sollen — ein Schritt, der sowohl künstlerische Vielfalt fördern als auch die Reputation des Wettbewerbs sichern kann.
Für das Publikum in Klagenfurt bleibt zu hoffen, dass die öffentlichen Debatten weiterhin auf hohem Niveau stattfinden und die Umstellungen den Rang des Bachmannpreises als einflussreiche Plattform deutschsprachiger Literatur erhalten.