Großprojekt in Wels: Modernisierung der innerbetrieblichen Logistik
Beim offiziellen Spatenstich in Wels hat der Sanitär- und Heizungsgroßhändler Holter den Start eines Neubaus für ein automatisiertes Kleinteilelager (AutoStore) bekanntgegeben. Die Bauzeit ist mit etwa zwölf Monaten veranschlagt, die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 geplant. Bürgermeister Andreas Rabl, Landesrat Markus Achleitner sowie Vertreter der Holter-Geschäftsführung und der bauausführenden Firmen waren bei der Zeremonie anwesend.
Grund für das Projekt sind eine wachsende Sortimentsvielfalt, steigende Pickzahlen und der spürbare Fachkräftemangel. Holter erwartet durch das AutoStore-System eine deutlich höhere Kommissionierleistung bei gleichzeitig geringerem Flächenbedarf.
„Mit dem automatisierten Kleinteilelager steigern wir nicht nur unsere Effizienz, sondern schaffen auch ergonomischere Arbeitsplätze. Die Mitarbeitenden werden von langen Wegstrecken entlastet und können sich stärker auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren“,
erklärte Lukas Vormair, Ressortleiter Logistik bei Holter, beim Spatenstich.
Für die Bevölkerung und die regionale Wirtschaft in Wels ergeben sich daraus konkrete Folgen:
- Optimierter Flächenverbrauch im Logistikstandort durch kompaktere Lagertechnik.
- Veränderungen in Arbeitsabläufen: Wegfall repetitiver Laufwege, vermehrt technische Bedien- und Überwachungsaufgaben.
- Langfristig mögliche Kapazitätserweiterungen durch die geplante Halle, die Platzreserven für Erweiterungen bietet.
Technische und finanzielle Eckdaten sind klar beziffert: Holter investiert rund 12 Millionen Euro in das Projekt. Während bisherige Kleinteile auf rund 2.200 m² gelagert wurden, soll das neue AutoStore-System künftig nur noch etwa 800 m² beanspruchen. Die gesamte Halle wird eine Fläche von 1.600 m² umfassen und bietet laut Unternehmensangaben Raum für spätere Erweiterungen.
| Parameter | Aktuell | Nach AutoStore |
|---|---|---|
| Kleinteile-Lagerfläche | 2.200 m² | ≈ 800 m² |
| Gesamthallenfläche | — | 1.600 m² |
| Investitionsvolumen | — | ≈ 12 Millionen Euro |
| Bauzeit | — | ≈ 12 Monate |
| Geplanter Betrieb | — | Herbst 2027 |
Für Beschäftigte können sich die Tätigkeitsprofile verändern: Weg von körperlich belastenden Laufwegen hin zu Tätigkeiten, die Bedienung, Kontrolle und Materialflussoptimierung einschließen. Holter betont, dass Ergonomie und Entlastung zentrale Motive der Investition sind; über konkrete Personalpläne oder Stellenzahlen wurde beim Spatenstich nichts mitgeteilt.
Aus städtebaulicher Sicht bleibt relevant, wie sich der erhöhte Automatisierungsgrad auf Verkehr und Anlieferungslogistik am Holter-Standort in Wels auswirkt. Die Halle enthält laut Presseinformation Pufferkapazitäten für Erweiterungen, was für die künftige Entwicklung des Betriebsstandorts bedeutend ist.
Der Schritt ist Teil eines breiteren Trends in der Branche: Immer mehr Großhändler setzen auf kompakte, automatisierte Systeme, um mit weniger Fläche höhere Durchsätze zu erzielen und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Für Wels bedeutet die Investition eine Stärkung eines lokalen Wirtschaftspostens und eine Modernisierung der regionalen Logistik-Infrastruktur.