Behördenarbeit und Untersuchungen laufen
In Oberösterreich sind innerhalb der letzten zwei Wochen insgesamt 20 Legionellen-Infektionen gemeldet worden, davon entfallen 15 auf den Raum Linz. Die zuständige Behörde des Magistrats Linz arbeitet gemeinsam mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) an der Klärung möglicher Zusammenhänge zwischen den Fällen und an der Suche nach Infektionsquellen. Dazu wurden bereits Proben entnommen; unter anderem wurden Wasserproben aus Kühltürmen gezogen.
Behandlungen in Kliniken — auch Intensivaufenthalte
Alleine im Kepler Universitätsklinikum in Linz wurden bisher sechs Patientinnen und Patienten mit einer Legionellen-Infektion behandelt. Teilweise war eine Behandlung auf der Intensivstation erforderlich. Legionellen können eine schwere Lungenentzündung auslösen, die in Einzelfällen einer intensivmedizinischen Betreuung bedarf.
Wie Legionellen übertragen werden und wer gefährdet ist
Legionellen vermehren sich besonders in warmem, stehendem Wasser wie in Leitungen, Warmwasseranlagen oder technischen Einrichtungen, in denen feinste Wassertröpfchen entstehen. Gefährlich wird die bakterielle Besiedelung, wenn kontaminierte Aerosole eingeatmet werden. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und jene mit Grunderkrankungen oder geschwächtem Immunsystem.
„Wenn der Patient oder die Patientin sich hier bei uns die Legionellen eingefangen hat, dann muss man dem nachgehen, welcher Kontakt bestanden hat. Vielleicht gibt es ein Problem in der Warmwasserleitung“, sagte Rainer Gattringer, Infektiologe und ärztlicher Leiter des Klinikums Wels-Grieskirchen.
Was aktuell untersucht wird
Die Untersuchungen konzentrieren sich darauf, festzustellen, ob es einen gemeinsamen Infektionsherd gibt oder ob die Fälle unabhängig voneinander entstanden sind. Möglich als Ansteckungsquellen sind laut den Gesundheitsbehörden unter anderem:
- Warmwasserleitungen und Duschsysteme
- Kühltürme und Klimaanlagen
- Wasserbrunnen, Whirlpools oder Luftbefeuchter
Die Magistratsbehörde in Linz erhebt derzeit alle verfügbaren Informationen zu den betroffenen Personen und deren möglichen Kontakten, um Ansteckungswege nachzuvollziehen.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Gemeldete Legionellenfälle (OÖ, letzte 2 Wochen) | 20 |
| Davon im Raum Linz | 15 |
| Behandelte Fälle im Kepler Universitätsklinikum | 6 |
Praktische Hinweise für Bewohnerinnen und Bewohner von Linz
Bei Verdacht auf eine Legionellen-Infektion sind Symptome wie hohes Fieber, Husten und Atemnot Anlass, rasch ärztlichen Rat einzuholen. Für Hausbesitzerinnen und -besitzer, Betreiber von öffentlichen Einrichtungen oder gewerblichen Anlagen empfiehlt es sich, die Wartungspläne für Warmwasseranlagen, Kühltürme und Klimageräte zu überprüfen und gegebenenfalls Proben über die zuständige Behörde oder ein akkreditiertes Labor nehmen zu lassen. Die AGES unterstützt die Behörden fachlich bei der Spurensuche und Analytik.
Die laufenden Abklärungen sollen klären, ob und welche Maßnahmen vor Ort notwendig sind, um weitere Infektionen zu verhindern. Bis dahin arbeiten Magistrat und Gesundheitsbehörden „mit Hochdruck“ an der Ursache.