Teure Fahrzeuge, knappe Gemeindekassen
Die Anschaffung neuer Feuerwehreinsatzfahrzeuge entwickelt sich zunehmend zu einem finanziellen Kraftakt für Gemeinden im Bezirk Spittal an der Drau. Ursache sind vor allem höhere Preise für Material und Energie, strengere Normen sowie individuelle Ausstattungswünsche, die jedes Fahrzeug zur maßgeschneiderten Sonderanfertigung machen. Als konkretes Beispiel führt die Gemeinde Seeboden ein aktuelles Fahrzeugprojekt an, das den Druck auf das Budget deutlich macht.
Das bei weitem sichtbarste Zahlenbeispiel kommt aus Seeboden: Ein neues Tanklöschfahrzeug wurde mit 477.700 Euro veranschlagt. Solche Summen stellen Kommunen vor schwierige Entscheidungen, denn die Finanzierung liegt in Österreich in der Regel bei drei Parteien: der Gemeinde, dem Land beziehungsweise Landesfeuerwehrverband und der Feuerwehr selbst.
Belastung für die Gemeindefinanzen
Für Bürgermeister Thomas Schäfauer (SPÖ) bedeutet das: Gemeinden tragen den Hauptanteil der Kosten, was in Zeiten enger Budgets problematisch ist. Seeboden, eine Gemeinde mit fünf Ortsfeuerwehren, hat in jüngster Zeit mehrere Fahrzeuganschaffungen gestemmt. Zugleich gab es in der Gemeinde durch einen Brand im Rüsthaus Verluste an Fahrzeugen, was die Lage verschärfte.
„Es hat in dieser Funktionsperiode glaube ich keine andere Gemeinde gegeben, die so viele Fahrzeuge angeschafft hat wie Seeboden. Immerhin gibt es bei uns fünf Feuerwehren,“
Schäfauer betonte gleichzeitig, dass Versicherungen einen Teil der Kosten abdecken: Bei den durch den Rüsthausbrand zerstörten Fahrzeugen sei das kleinere Fahrzeug vollständig versichert gewesen, der größere Tankwagen zu 90 Prozent.
Förderungen als Entlastung – aber mit Grenzen
Das Land Kärnten verweist auf erweiterte Förderinstrumente für Gemeinden und Feuerwehren. Diese Unterstützung mildert die Belastung, kann sie jedoch oft nicht vollständig kompensieren. Die Kombination aus steigenden Beschaffungspreisen und zusätzlichen Anforderungen an Sicherheit und Technik lässt die Gesamtkosten weiter ansteigen.
- Ursache: Höhere Material-, Energie- und Produktionskosten sowie neue Normen.
- Finanzierung: Dreiteilung zwischen Gemeinde, Land/Landesfeuerwehrverband und Feuerwehr.
- Konsequenz: Stärkere Belastung der Gemeindebudgets, mögliche Verzögerungen bei Ersatzbeschaffungen.
Konkrete Zahlen
| Position | Betrag / Anteil |
|---|---|
| Tanklöschfahrzeug Seeboden | 477.700 Euro |
| Versicherung – Kleinlöschfahrzeug (Deckung) | 100 % |
| Versicherung – Tank 2000 (Deckung) | 90 % |
Für die Bevölkerung im Bezirk bedeutet das: Die Versorgung durch die Feuerwehren bleibt ein hoher kommunaler Aufwand. In Gemeinden mit mehreren Ortsfeuerwehren summieren sich Anschaffungen schnell zu beträchtlichen Ausgaben. Das kann langfristig Auswirkungen haben auf andere kommunale Prioritäten oder auf die Höhe der Gemeindefinanzen.
Welche Folgen dieser Kostenanstieg konkret für Einsatzbereitschaft und Ersatzzyklen haben wird, hängt nun an Entscheidungen der Gemeinderäte, an der Praxis der Förderstellen des Landes und an der Frage, ob Versicherungen im Schadensfall weiterhin ähnlich großzügig leisten wie zuletzt.