Der Villacher Kirchtag, eines der größten Volksfeste in der Region, steht nach dem Abschluss der Feierlichkeiten erneut in der kommunalen Debatte: ÖVP-Stadtrat Christian Pober hat in einer Aussendung Einsparungen bei der Ehrentribüne und beim exklusiven Bürgermeisterempfang gefordert. Ziel der Forderung sei, die finanziellen Belastungen für Besucher zu begrenzen und die Gebühren für heimische Standler zu senken.
Kosten gegen Nutzen: Tribüne und Empfang in der Kritik
Pober bezeichnet die Ehrentribüne als verzichtbar und verweist auf die mit ihr verbundenen Ausgaben. Seiner Darstellung zufolge entstünden durch Miete, Transport sowie Auf- und Abbau Kosten in einer "mindestens hohen fünfstelligen Summe". Als Alternative schlägt er vor, eingesparte Mittel den örtlichen Standbetreibern zugutekommen zu lassen, um die Teilnahme am Kirchtag für einheimische Unternehmer günstiger zu machen.
„Niemand braucht die Ehrentribüne. Sie kostet mit Miete, Transport, Auf- und Abbau mindestens eine hohe fünfstellige Summe“, so Pober.
Hintergrund: Beschluss zur Senkung der Standgebühren und EU-Recht
Die Forderung reiht sich in eine länger andauernde Diskussion um Standgebühren ein. Im September 2025 war in Villach ein einstimmiger Beschluss gefasst worden, die Gebühren für heimische Wirte beim Kirchtag zu senken. Allerdings wurde dieser Beschluss wenige Wochen später wieder zurückgenommen, weil er gegen EU-Recht verstoßen hätte. Seither ist eine regionale Bevorzugung von Standlern rechtlich problematisch, wie die Stadt in der Folge mitgeteilt hatte.
Was bedeutet das konkret für Villach?
Die Debatte hat mehrere praktische Auswirkungen für die Stadt und ihre Bewohner:
- Haushaltswirkung: Einsparungen bei Eventinfrastruktur könnten Mittel freisetzen, deren Verwendung jedoch rechtlich geprüft werden muss.
- Gewerbe und Standler: Eine mögliche Reduktion der Standgebühren würde lokale Anbieter unmittelbar entlasten, eine unmittelbare Umsetzung ist aber durch EU-Vorgaben eingeschränkt.
- Öffentliche Wahrnehmung: Die Diskussion berührt das Selbstverständnis des Kirchtags als Volksfest versus repräsentative Veranstaltung mit VIP-Elementen.
Offene Fragen und weiterer Verlauf
Unbeantwortet bleibt, wie die Stadtverwaltung konkret auf den Vorschlag reagieren wird und ob eine rechtlich zulässige Lösung zur Entlastung heimischer Standler möglich ist. In früheren Stellungnahmen verwies die Stadt darauf, dass eine regionale Bevorzugung juristisch bedenklich sei. Sollte die Stadt Einsparpotenziale realisieren wollen, müsste geprüft werden, ob und wie diese Mittel rechtssicher umgewidmet werden können.
Für Besucher und Standbetreiber in Villach bleibt wichtig: Entscheidungen über Gebühren und Ausgaben haben direkte Auswirkungen auf die Teilnahme- und Wettbewerbsbedingungen beim nächsten Kirchtag. Betroffene werden auf weitere Beschlüsse der Stadtvertretung achten müssen, um zu sehen, ob die angekündigten Einsparungen konkrete Entlastungen bringen.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| September 2025 | Einstimmiger Beschluss zur Senkung der Standgebühren |
| Oktober 2025 | Beschluss zurückgenommen (EU-Rechtsbedenken) |
| August 2026 | ÖVP-Forderung: Einsparung bei Ehrentribüne und Bürgermeisterempfang |