Stadt fordert Beteiligung und Wettbewerb
Die Stadt Dornbirn hat einen vorgelegten Entwurf für den Ausbau des bestehenden Gebetshauses des Vereins ATIB abgelehnt. Nach Angaben der Stadt sei das Projekt in der vorliegenden Form „weder darstellbar noch umsetzbar“. Als Voraussetzungen für eine Realisierung nennt die Stadt einen projektbegleitenden Dialog und die Durchführung eines Architekturwettbewerbs.
Der geplante Neubau soll die Kapazität des aktuellen Gebetshauses deutlich erhöhen: Vorgesehen ist ein Raumangebot für bis zu 400 Personen. Für Dornbirn, einer Stadt mit mehr als 52.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, in der rund 6.000 Menschen muslimischen Glaubens leben, wäre das ein sichtbares Bauvorhaben und damit Gegenstand städtebaulicher Bewertung.
Städtebauliche Bedenken und sakrale Zeichen
Im eingereichten Vorentwurf war kein Minarett enthalten; geplant war jedoch eine Stele. Stadtplaner Martin Assmann wies darauf hin, dass die Stadt bei sakralen Zeichen einen zurückhaltenden Ansatz verfolge. Dieser Maßstab gelte gleichermaßen für alle Bauvorhaben, so Assmann.
„Das Projekt ist in der vorliegenden Form weder darstellbar noch umsetzbar.“
Die Stadt erklärte, dass die architektonischen und städtebaulichen Vorgaben für den Wettbewerb von der Stadtplanung in Abstimmung mit dem Stadtplanungsbeirat erarbeitet würden. In die Vorbereitung sollen laut Stadt auch die Ergebnisse des projektbegleitenden Dialogs einfließen. Für die Jury, die am Ende über die Umsetzung entscheiden soll, sollen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Gruppen beigezogen werden.
- Der Verein ATIB strebt den Ausbau des bestehenden Gebetshauses zu einer Moschee an.
- Geplante Kapazität: bis zu 400 Personen.
- Stadt fordert projektbegleitenden Dialog und einen Architekturwettbewerb, will eine Jury bilden.
Teilnahme, Zeitplan und Reaktionen
Die Stadt kündigte an, für den Architekturwettbewerb bis Jahresende eine Jury zusammenstellen zu wollen. Diese soll neben Vertretern von ATIB auch unmittelbare Nachbarn und Vertreter aller politischen Fraktionen umfassen. Die Stadt machte deutlich, dass ein solches Bauvorhaben „nur im Konsens mit der Bevölkerung“ errichtet werden könne.
Von Seiten des Vereins wurde eingeräumt, dass die Forderung nach einem Architekturwettbewerb auf Unmut stoße. Die Stadt berichtete, der eingereichte Vorentwurf sei den Medien nicht zur Verfügung gestellt worden, weil der Verein dies nicht gewünscht habe.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Stadtbevölkerung (rund) | 52.000+ |
| Anzahl Muslime (rund) | 6.000 |
| Geplante Kapazität der Moschee | 400 Personen |
Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Dornbirn bedeuten die Entscheidungen der Stadtverwaltung, dass das Projekt nicht unverändert umgesetzt wird. Ein Architekturwettbewerb verspricht eine breitere Fachprüfung der Pläne und eröffnet die Möglichkeit, städtebauliche Belange sowie Nachbarschaftsinteressen stärker zu berücksichtigen. Zugleich kann ein projektbegleitender Dialog Konfliktpotenziale adressieren, indem Nachbarn, politische Vertreter und der Verein frühzeitig einbezogen werden.
Für die nächsten Schritte bleibt zu beobachten, wie rasch die Stadtplanung die Vorgaben für den Wettbewerb erarbeitet, welche Zusammensetzung die Jury erhält und wie der Verein ATIB auf die Forderung nach einem offenen Verfahren reagieren wird. Die Debatte verbindet städtebauliche Fragen mit Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts in Dornbirn.