Sommer wird spürbar heißer
Daten von GeoSphere Austria, dem Klimadashboard und dem Land Oberösterreich weisen auf einen markanten Anstieg von Hitzetagen und Tropennächten im Bezirk Eferding hin. Im langjährigen Mittel (1961–1990) gab es hier jährlich rund 5 Hitzetage (Tageshöchsttemperatur ≥ 30 °C). Für das Jahr 2025 melden die Auswertungen bereits 18 Hitzetage, und bis Mitte Juli 2026 waren es schon 24 – obwohl der Sommer noch andauert.
Was sind Tropennächte – und warum sind sie problematisch?
Tropennächte liegen vor, wenn die Temperatur nachts nicht unter 20 °C fällt. Während solche Nächte im Bezirk früher nahezu unbekannt waren, wurden in benachbarten Grieskirchen heuer bereits 3 Tropennächte registriert. Für ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke bedeutet das geringere nächtliche Erholung und ein höheres gesundheitliches Risiko.
Auswirkungen vor Ort
Die Folgen zeigen sich nicht nur in der Gesundheit: Stark versiegelte Ortskerne, große Asphaltflächen und fehlende Bäume verstärken die Erwärmung in Siedlungsbereichen. Solche Flächen wirken wie Heizplatten und verhindern, dass Regenwasser versickert – was gleichzeitig Probleme bei Starkregenereignissen verschärfen kann.
- Gesundheit: Höhere Belastung vulnerabler Gruppen und zunehmender Bedarf an kühlenden Angeboten.
- Stadtbild: Notwendigkeit für mehr Grünraum, Beschattung und Fassadenbegrünungen.
- Infrastruktur: Anforderungen an Entwässerung und Nutzung von Flächen neu bewerten.
„Wenn wir heute deutlich mehr Hitzetage und Tropennächte erleben als noch vor wenigen Jahrzehnten, dann dürfen wir nicht so tun, als wäre das normal. Wer den Klimaschutz bremst, verschärft die Hitze von morgen“, sagte Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
Welche Maßnahmen werden unterstützt?
Das Land Oberösterreich fördert Gemeinden über das Gemeinde-Klimawandelanpassungsprogramm (GeKAP). Gefördert werden u. a.:
- Baumpflanzungen und Fassaden- sowie Dachbegrünungen,
- Aufbrechen von asphaltierten Flächen zur Wiederherstellung von Versickerungsflächen,
- „Schwammstadt“-Lösungen zur besseren Rückhaltung und Versickerung von Regenwasser.
Was heißt das konkret für Gemeinden und Bewohner?
Kommunen im Bezirk Eferding stehen nun vor praktischen Entscheidungen: Wo können Bäume nachgepflanzt werden, welche Plätze können entsiegelt werden, welche Förderungen sind verfügbar? Für Haushalte können kleine Maßnahmen wie Fassadenbegrünung, Verschattung von Terrassen oder das Anlegen von Kräuter- und Gemüseflächen in Pflanztrögen bereits lokale Abkühlung bringen.
| Zeitraum | Hitzetage in Eferding |
|---|---|
| 1961–1990 (Mittel) | 5 |
| 2025 | 18 |
| Bis Mitte Juli 2026 | 24 |
Die Zahlen dokumentieren einen Trend, der Planung und Politik vor Ort erfordert. Kurzfristig sind besonders Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen sowie Schulen gefordert, Hitzevorsorge zu verstärken. Mittelfristig steht die Anpassung des Gemeinderäumlichen und die Nutzung von Förderprogrammen im Fokus, um Orte widerstandsfähiger gegen die zunehmende Sommerhitze zu machen.