Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW belegt, dass viele kommerzielle Erfrischungsgetränke erhebliche Mengen an Haushaltszucker liefern. Untersucht wurden 23 nicht wiederverschließbare Colas, Limonaden und Eistees. Der festgestellte Zuckergehalt schwankt dabei deutlich: von 4,3 g bis zu 11 g pro 100 ml. Als Spitzenreiter wurde eine Cola identifiziert, die in einer 330-ml-Flasche mehr als 36 g Zucker enthält – das entspricht etwa 12,1 Zuckerwürfeln.
Was bedeuten diese Zahlen für den Alltag?
Die Kritik der Verbraucherschützer richtet sich nicht nur gegen einzelne Produkte, sondern gegen ein Konsumverhalten: Viele dieser Getränke werden unachtsam und unterwegs konsumiert, weil die Behältnisse meist nicht wiederverschließbar sind und man sie rasch leert. Da sie kaum sättigen und keine nennenswerten Nährstoffe liefern, zählen sie ernährungswissenschaftlich zu den sogenannten "leeren Kalorien".
"Viele Erfrischungsgetränke liefern bereits mit einer einzigen Dose oder Flasche einen großen Teil der Zuckermenge, die täglich möglichst nicht überschritten werden sollte", so Katrin Böttner, Ernährungsexpertin bei der Verbraucherzentrale NRW.
Welche Werte wurden gefunden?
Die Bandbreite der erfassten Zuckeranteile pro 100 ml zeigt, wie unterschiedlich Produkte desselben Segments sein können. Die Verbraucherschützer heben hervor, dass bereits einzelne Portionen einen erheblichen Anteil an der empfohlenen Zuckerobergrenze ausmachen.
| Messgröße | Ergebnis |
|---|---|
| Untersuchte Getränke | 23 nicht wiederverschließbare Sorten |
| Zuckergehalt (Minimum) | 4,3 g pro 100 ml |
| Zuckergehalt (Maximum) | 11 g pro 100 ml |
| Beispiel Cola (330 ml) | >36 g Zucker ≙ 12,1 Zuckerwürfel |
Konsequenzen für Gesundheitsvorsorge und Verbraucherverhalten
Aus ernährungsmedizinischer Sicht sind regelmäßig hohe Zuckerzufuhren mit Risiken wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Karies verbunden. Die Verbraucherschützer betonen, dass Getränke, die vornehmlich kalorienreiche, aber nährstoffarme Energie liefern, einen Beitrag zur täglichen Zuckerbilanz leisten, ohne Sättigung zu bieten. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet dies, Etiketten bewusst zu lesen und sich der Portionsgrößen bewusst zu werden.
- Prüfen Sie Nährwertangaben pro 100 ml und pro Portion, um Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
- Bedenken Sie, dass nicht wiederverschließbare Verpackungen zum schnellen, unbewussten Konsum verleiten können.
- Ersetzen Sie zuckerreiche Erfrischungsgetränke gelegentlich durch Wasser oder ungesüßte Tees.
Die Untersuchung der Verbraucherzentrale zeigt deutlich: Schon eine einzelne Flasche oder Dose kann einen großen Teil der täglich empfohlenen Zuckermenge liefern. Für eine belastbare gesundheitliche Bewertung sind weiterführende Informationen zu Konsummustern in der Bevölkerung und gesundheitlichen Folgen nützlich; die von der Verbraucherzentrale gelieferten Zahlen geben jedoch klare Anhaltspunkte für Handlungsempfehlungen und Aufklärung.