Im Juli hat sich die Lage am Arbeitsmarkt im Pinzgau verschlechtert: Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen stieg auf 1.218 Personen, das sind 114 Personen beziehungsweise 11,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote beträgt damit 2,8 Prozent und liegt 0,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Zum Vergleich: Im Bundesland Salzburg liegt die Quote bei 3,8 Prozent, österreichweit beträgt sie 6,9 Prozent.
Wer ist besonders betroffen?
Die Zunahme verteilt sich nahezu gleichmäßig auf beide Geschlechter: Bei den Männern erhöhte sich die Zahl um 63 auf 603, bei den Frauen um 51 auf 615. Regionen und Branchen zeigen jedoch deutliche Unterschiede. Branchen mit auffälligen Zuwächsen sind:
- Industrie und Gewerbe: Plus 41 Personen (+17,2 %) auf 280
- Dienstleistungen: Plus 80 Personen (+29 %) auf 356, hier stechen Fremdenverkehr und Reinigung hervor
Bildungsgrad als entscheidender Faktor
Die stärkste Zunahme verzeichneten Menschen mit maximal Pflichtschulabschluss: Ihre Zahl legte um 83 Personen zu und liegt nun bei 475 (Anstieg 21,2 Prozent). Bei Personen mit Lehrabschluss gab es einen moderateren Anstieg um 34 auf 467 (+7,6 %). Die Geschäftsstellenleiterin Karin Eiwan hebt die Rolle von Ausbildung hervor:
„Diese Zahlen zeigen deutlich, wie wichtig Ausbildung beziehungsweise ein Berufsabschluss sind.“
Arbeitsmarktbewegung und Vermittlung
Die Dynamik des Arbeitsmarktes bleibt sichtbar: Im Juni sank die Zahl der Zugänge in die Arbeitslosigkeit leicht um 14 Personen auf 475 (−2,9 %). Gleichzeitig beendeten 399 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Das zeigt, dass trotz des aktuellen Anstiegs weiterhin Vermittlungen gelingen.
| Indikator | Juli (Pinzgau) |
|---|---|
| Vorgemerkte Arbeitslose | 1.218 |
| Arbeitslosenquote | 2,8 % |
| Zunahme seit Vorjahr | +114 Personen (11,7 %) |
Was bedeutet das für die Region?
Der Anstieg trifft vor allem Menschen mit geringer formaler Qualifikation und Branchen, die bereits sensibel auf konjunkturelle oder saisonale Schwankungen reagieren – besonders Tourismus und Reinigungsdienste. Für Arbeitgeber kann das bedeuten, dass kurzfristig weniger Bewerber mit einschlägiger Qualifikation verfügbar sind, langfristig erhöht sich aber der Bedarf an Weiterbildungs- und Qualifizierungsangeboten, um Betroffene wieder in stabile Beschäftigung zu bringen.
Für Betroffene und lokale Akteurinnen und Akteure sind folgende Maßnahmen relevant:
- Inanspruchnahme von Beratungs- und Trainingsangeboten der regionalen Arbeitsmarktservice-Stelle
- Förderung beruflicher Nachqualifikation, insbesondere Lehrabschlüsse und kurzzeitige Umschulungen
- Unterstützung von Unternehmen bei der Ausbildung und Beschäftigungsaufnahme, etwa durch Förderinstrumente
Die Zahlen zeigen, dass Ausbildung ein Schlüsselfaktor für Beschäftigungsfähigkeit bleibt. Die kommenden Monate werden klären, ob es sich um eine kurzfristige saisonale Verschiebung handelt oder ob strukturelle Herausforderungen zunehmen, die zielgerichtete regionale Maßnahmen erfordern.