Ein Abend zur Alpgemeinschaft zwischen Ost und West
Im Alpinarium in Galtür rief ein Abendvortrag am 17. Juli die historische Beziehung zwischen der Gemeinde und der Vorarlberger Nachbarregion Göfis in Erinnerung. Im Zentrum stand die Alpe Jam (auch Schnapfenalpe genannt) und die beinahe 400-jährige Verbindung, die sich zwischen den Gemeinden rund um die Alm entwickelt hat. Veranstalter und Vortragende präsentierten Filme, Fotos sowie persönliche Erinnerungen und machten damit lokale Zeitgeschichte sichtbar.
Begrüßt wurden die zahlreichen Besucher von Helmut Pöll vom Alpinarium. Unter den Gästen und Mitwirkenden waren neben dem Hausherrn, Bürgermeister Hermann Huber, auch der Bürgermeister von Göfis, Thomas Lampert, die Galtürer Weisenbläser sowie Experten und Zeitzeugen: Dr. Ruth Jochum Gasser, der frühere Alpmeister Hans Schöch (im Amt von 1970 bis 2020) und der Gemeindearchivar von Göfis, Richard Sonderegger.
„Für uns Einheimische ist dieser Vortrag besonders interessant,“
Mit diesen Worten unterstrich Bürgermeister Hermann Huber die lokale Bedeutung der traditionellen Verbindungen. Er hob hervor, dass die Beziehung zu Vorarlberg bis heute gepflegt werde: So treibe man im Herbst das Vieh über das Zeinisjoch und transportiere es teilweise von Partenen aus weiter — ein Brauch, der die praktischen und sozialen Verflechtungen der Regionen sichtbar macht.
Landschaft, Nutzung und Erinnerung
Der Vortrag machte die naturräumlichen Besonderheiten des Jamtals zum Thema: Das Tal zeichnet sich durch markante Gipfel wie die Dreiländerspitze, die Jamspitzen, den Austenberg und das Fluchthorn aus. Erwähnt wurden ebenso Gletscherbereiche wie der Jamtalferner, das Totenfeld und der Futschölferner. Die grasreichen Almmatten der Gegend waren früher Teil einer weitverzweigten Nutzungsgeschichte; sie seien einst von Engadinern genutzt worden, bevor die Alp um 1500 ...
Die Veranstaltung kombinierte historische Quellen mit persönlicher Erinnerung und bildlichem Material. Dieser Mix machte deutlich, wie eng örtliche Identität, Almwirtschaft und grenzüberschreitende Beziehungen verwoben sind. Für Besucher und Nachfahrinnen der Almnutzer bot der Abend Gelegenheit, Traditionen zu reflektieren und deren Bedeutung für Gegenwart und Zukunft zu diskutieren.
Was das für die Region bedeutet
Solche Veranstaltungen stärken nicht nur das Bewusstsein für regionale Geschichte, sie haben auch praktische Relevanz: Sie fördern den Erhalt von Wissen über traditionelle Weide- und Treibwege, tragen zur touristischen Vermittlung der Landschaft bei und unterstützen die Pflege grenzüberschreitender Kontakte zwischen Gemeinden. Für Bewirtschafter, Gemeindeverwaltungen und Tourismusakteure ist es hilfreich, wenn historische Nutzungsformen dokumentiert und kommuniziert werden — etwa im Hinblick auf nachhaltige Almwirtschaft oder Wegeunterhalt.
- Ort der Veranstaltung: Alpinarium Galtür
- Datum des Vortrags: 17. Juli
- Hauptthema: Geschichte der Alpe Jam / Schnapfenalpe
- Wichtige Personen: Hermann Huber, Thomas Lampert, Hans Schöch (1970–2020)
Die dokumentierte Verbindung zwischen Galtür und Göfis ist ein Beispiel dafür, wie Landschaft, Wirtschaft und soziale Netzwerke über Jahrhunderte hinweg verknüpft bleiben. Solche Abende im Alpinarium leisten einen Beitrag dazu, diese Bänder sichtbar zu halten und für die kommenden Generationen zu bewahren.
| Aspekt | Detail |
|---|---|
| Alp | Alpe Jam / Schnapfenalpe |
| Bekannte Gipfel | Dreiländerspitze, Jamspitzen, Austenberg, Fluchthorn |
| Genannte Gletscher | Jamtalferner, Totenfeld, Futschölferner |