Initiative „Verkehrswende jetzt!“ fordert sofortigen Stopp der Bauarbeiten
Die A26 bleibt in Linz ein Streitthema: Gerald Oberansmayr von der Initiative „Verkehrswende jetzt!“ wendet sich in einem offenen Brief entschieden gegen den Weiterbau des Linzer Westrings. Er kritisiert vor allem die deutlich gestiegenen finanziellen Aufwendungen und die Verlässlichkeit der zugrunde liegenden Verkehrsprognosen. Parallel ist die neue Donaubrücke bereits in Betrieb, und an einem nachfolgenden Abschnitt finden Bauarbeiten statt.
„Irgendwann muss Schluss sein. Genug ist genug!“,
so Oberansmayr, der in seinem Schreiben einen sofortigen Ausstieg aus dem Projekt fordert. Seine Begründung: Weiteres Geld in einen Milliardenbau zu investieren erscheine nicht vertretbar, solange zentrale Annahmen – etwa zu Verkehrsentwicklungen und Entlastungswirkungen – nach seiner Darstellung nicht mehr haltbar seien.
Finanzierungssprung und Verkehrsprognosen
Die finanziellen Dimensionen des Vorhabens haben sich seit der Erstplanung deutlich verändert. Während im Jahr 2009 noch von rund 527 Millionen Euro die Rede war, liegt die derzeit genannte Größenordnung aktuell bei knapp 1,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um ungefähr 770 Millionen Euro bzw. fast 150 Prozent.
| Jahr | Genannte Kosten |
|---|---|
| 2009 | ~527 Mio. € |
| aktuell | ~1,3 Mrd. € |
Oberansmayr richtet seine Kritik auch gegen die im Genehmigungsverfahren verwendeten Verkehrszahlen, die er als veraltet bezeichnet. Nach seiner Darstellung liegt das aktuelle Verkehrsaufkommen bereits auf dem Niveau, das ursprünglich erst nach Fertigstellung der A26 erwartet worden sei. Aus diesem Grund zweifelt er an der behaupteten Entlastungswirkung und warnt vor einer induzierten Nachfrage: Eine neue Straßenkapazität könne zusätzliche Pkw-Fahrten anziehen statt Verkehr zu reduzieren.
Konkrete lokale Auswirkungen
- Die neue Donaubrücke ist schon in Betrieb; weitere Bauabschnitte sind in Arbeit.
- Beobachtungen deuten laut Initiative auf steigenden Verkehr auf der Rohrbacher Straße nach Brückenöffnung hin.
- Für die Stadt bedeutet das: Hohe Folgekosten und mögliche zusätzliche Verkehrsbelastung in angrenzenden Quartieren.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Linz stellen sich daraus praktische Fragen: Welchen Effekt haben die Bauarbeiten auf tägliche Pendelrouten? Welche langfristigen Belastungen sind in den angrenzenden Wohngebieten zu erwarten? Und wie werden die Mehrkosten finanziert, wenn die Schätzung sich weiterhin nach oben entwickelt?
Die Forderung nach einem Baustopp bringt nun die politischen Akteure vor Ort in die Pflicht. Ob Land, ASFINAG oder Stadtverwaltung bereits auf den offenen Brief reagiert haben, geht aus der vorliegenden Mitteilung nicht hervor. Die Debatte über Zweck, Kosten und städtebauliche Folgen der A26 wird damit voraussichtlich weitergehen — und bleibt für die Linzerinnen und Linzer von unmittelbarer Bedeutung.