Regionale Energieversorgung als gemeinsames Projekt
Mit der Gründungs-Mitgliederversammlung Anfang August fällt der offizielle Startschuss für die Energiegemeinschaft Region Liezen. Ziel der Initiative ist es, regional erzeugten Strom verstärkt in der Region zu nutzen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern. Träger der Gründung ist das RML Regionalmanagement Bezirk Liezen, gemeinsam mit den beteiligten Gemeinden.
Beteiligte Gemeinden und Struktur
Als Gründungsmitglieder sind derzeit zehn Gemeinden beteiligt. In einem ersten Schritt sollen die erforderlichen regionalen Energiegemeinschaften eingerichtet werden, um alle Zählpunkte der teilnehmenden Gemeinden einbinden zu können. Die Energiegemeinschaft Region Liezen wird als Bürgerenergie-Gemeinschaft fungieren und bildet das gemeinsame Dach für die gesamte Region.
| Gründungsgemeinden |
|---|
| Altenmarkt bei Sankt Gallen |
| Sankt Gallen |
| Landl |
| Ardning |
| Lassing |
| Liezen |
| Wörschach |
| Öblarn |
| Gröbming |
| Sölk |
Was Bürgerinnen und Bürger erwarten können
Wer künftig Strom aus der Energiegemeinschaft bezieht, soll laut den Initiatoren von günstigeren Stromkosten profitieren. Als Grund hierfür werden reduzierte Netzgebühren genannt. Zudem eröffnet das Modell für Privatpersonen mit eigener Stromerzeugung — etwa durch Photovoltaik-Anlagen — die Möglichkeit, ihren Strom an die Energiegemeinschaft und damit an Nachbarinnen und Nachbarn zu "attraktiven Konditionen" zu verkaufen. Damit werden sowohl finanzielle Vorteile für Teilnehmende als auch eine stärkere regionale Wertschöpfung genannt.
"Wir möchten, dass möglichst viel regional erzeugter Strom auch in der Region bleibt. Das stärkt die Wertschöpfung vor Ort, ermöglicht der Region neue Handlungsspielräume im Energiebereich und bringt gleichzeitig finanzielle Vorteile für alle Beteiligten",
so die beiden Obleute der Energiegemeinschaft Region Liezen, Andrea Heinrich und Armin Forstner.
Ausbau und Perspektiven
Die Energiegemeinschaft soll schrittweise aufgebaut werden: lokal, regional und auch überregional. In einer ersten Phase stehen die Gründungsgemeinden im Fokus; bereits jetzt haben laut Mitteilung weitere Gemeinden ihr Interesse bekundet. Ziel ist es, möglichst viele Zählpunkte in den beteiligten Gemeinden zu integrieren und so ein flächendeckendes Netz gemeinsamer Energieproduktion und -nutzung zu ermöglichen.
Für die Menschen im Bezirk Liezen bedeutet das Projekt konkret:
- Potentielle Reduktion der Stromkosten durch niedrigere Netzgebühren;
- Verkaufsmöglichkeiten für selbst erzeugten Strom an lokale Abnehmer;
- Stärkung der regionalen Wirtschaft durch lokale Wertschöpfung im Energiebereich;
- Schrittweise Ausweitung der Gemeinschaft, wenn weitere Gemeinden beitreten.
Welche konkreten Tarife, Teilnahmebedingungen und technischen Voraussetzungen (etwa Mess- und Abrechnungslösungen) gelten werden, bleibt in den nächsten Schritten zu klären. Die Kommunalverantwortlichen und das Regionalmanagement haben die Gründungsversammlung als Startsignal bezeichnet; die operative Umsetzung und die verbindlichen Regelwerke folgen in den kommenden Monaten.
Für Bürgerinnen und Bürger im Bezirk Liezen ist das Projekt relevant: Es kann die Energierechnung beeinflussen, Besitzern von Photovoltaik-Anlagen neue Einnahmequellen eröffnen und die regionale Klimastrategie voranbringen. Wer Interesse an einer Teilnahme hat oder Informationen zu technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen sucht, sollte die Veröffentlichungen der beteiligten Gemeinden und des RML Regionalmanagements verfolgen.