Revitalisierung eines städtischen Kulturerbes
Wien bringt das Geburtshaus von Franz Schubert in der Nussdorfer Straße 54 im Bezirk Alsergrund in einen neuen Zustand: Die seit längerem nur begrenzt genutzte Gedenkstätte wird umfassend restauriert, technisch modernisiert und in Teilen wieder dem historischen Erscheinungsbild angenähert. Die Pläne wurden am Mittwoch erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Das zweigeschoßige Gebäude aus dem Jahr 1731, in dem Schubert 1797 als neuntes Kind seiner Familie zur Welt kam und dessen Familie damals in einer Vorstadt lag, soll künftig deutlich mehr Raum für Vermittlung und Veranstaltungen bieten. Die Dauerausstellung wird im Obergeschoss auf rund 200 Quadratmeter wachsen — das ist etwa die doppelte Fläche gegenüber dem bisherigen Angebot.
Mehr Raum, mehr Zugänglichkeit, mehr Angebote
Im Erdgeschoss sind Shop, sanitäre Anlagen und ein sogenanntes Musikatelier vorgesehen, das als Vermittlungsraum dienen soll. Zudem ist ein kleiner Konzertsaal geplant, der Platz für etwa 70 Personen bieten wird. Zur Ermöglichung des barrierefreien Zugangs ist der Einbau eines Liftturms vorgesehen. Auch die Haustechnik wird erneuert, und bauliche Ergänzungen aus den 1960er-Jahren sollen entfernt werden.
„Das Haus wird nach dem Umbau wieder mehr aussehen, wie es ursprünglich war“,
lautete eine zentrale Aussage von Christina Schwarz, Finanzdirektorin des Wien Museums, bei der Projektpräsentation.
- Adresse: Nussdorfer Straße 54, Bezirk Alsergrund.
- Dauerdauerausstellung: künftig rund 200 m².
- Konzertsaal-Kapazität: etwa 70 Plätze.
| Aspekt | Aktuell | Nach Umbau |
|---|---|---|
| Ausstellungsfläche | ~100 m² | ~200 m² |
| Konzertraum | nicht vorhanden | ~70 Plätze |
| Barrierefreiheit | eingeschränkt | Lift geplant |
Für Wienerinnen und Wiener bedeutet das Projekt eine sichtbare Aufwertung eines lokalen Erinnerungsorts: Die Vergrößerung der Ausstellung sowie der neue Veranstaltungssaal schaffen mehr Möglichkeiten für kulturelle Programme vor Ort. Der geplante Lift verbessert den Zugang für Menschen mit eingeschränkter Mobilität; zugleich sollen historische Aspekte des Hauses durch die Entfernung späterer Ergänzungen wieder stärker zur Geltung kommen. Als Exponate sind unter anderem einige Originalgegenstände wie Schuberts Brille und sein Sterbekreuz vorgesehen, um die Authentizität der Präsentation zu stärken.
Die Revitalisierung steht außerdem im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Schubert-Jahr 2028, zu dem die Maßnahmen zeitlich vorbereitet werden. Für Bewohnerinnen und Besucher der Stadt heißt das künftig: erweiterte Besuchszeiten, mehr Vermittlungsangebote und zusätzliche kleine Konzerte an einem Ort, der eng mit der Biografie eines der bedeutendsten Wiener Komponisten verbunden ist.