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Wie Villach kühler werden kann: Entsiegelung, Bäume und nächtliche Kaltluft schützen

Ein Klimaforscher der Uni Graz hat in Villach konkrete Maßnahmen vorgestellt, um die Innenstadt gegen zunehmende Hitzeereignisse zu rüsten. Im Fokus stehen Entsiegelung, gezielte Begrünung, Baumpflanzungen und die Sicherung nächtlicher Kaltluftzufuhr.

Wie Villach kühler werden kann: Entsiegelung, Bäume und nächtliche Kaltluft schützen
©Illustration KI Laura Berger / steirerblatt.at

Die steigenden Temperaturen führen auch in Villach zu spürbaren Belastungen im Alltag. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Lazar von der Universität Graz, der kürzlich in Villach zum Thema „Klima als zentrale Herausforderung für die Stadtentwicklung der Zukunft“ gesprochen hat, nennt sowohl kleine Maßnahmen für Hausgärten als auch planerische Eingriffe, die städtisches Mikroklima verbessern können. Seine Empfehlungen richten sich an Eigentümer, Stadtplaner und politische Entscheidungsträger.

Konkrete Hinweise für Privathaushalte

Lazar weist darauf hin, dass bereits einfache Pflegeentscheidungen im eigenen Garten Wirkung zeigen können. So empfiehlt der Experte eine höhere Rasen-Schnitthöhe, weil sehr kurz geschnittener Rasen den Boden schneller aufheizt. Er spricht sich für eine Schnitthöhe von rund 7 Zentimetern aus. Solche Maßnahmen mindern die Aufheizung von Bodenflächen und reduzieren lokale Hitzeeffekte.

Stadtplanung: Entsiegeln, Begrünen, überdachen

Besonders kritisch bewertet Lazar versiegelte Flächen wie Asphalt, der tagsüber Wärme speichert und diese nachts wieder abgibt. Er warnt vor dem zunehmenden Speichereffekt befestigter Flächen und sieht großen Handlungsbedarf bei Parkplätzen und großflächigen Gewerbeflächen. Als Alternative zu durchgehendem Asphalt nennt er Pflastersteine mit versickerungsfähigen Fugen sowie Rückbau von Asphalt dort, wo kein stetiger Verkehr stattfindet. Überdachungen von Parkplätzen hält er für sinnvoll – noch besser in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen, die gleichzeitig Schatten spenden und Energie erzeugen.

"Zwei Wege führen zu einer klimafitten Stadt: die Sicherung der nächtlichen Kaltluftzufuhr und die konsequente Entsiegelung sowie Begrünung von Oberflächen."

Die Sicherung nächtlicher Kaltluftzufuhr nennt Lazar als ebenso zentrale Maßnahme. Nächtliche Abkühlung ist für die Erholung von Menschen und für die Reduktion von Hitzeinseln entscheidend – ohne freie Zuströme kühler Luft bleiben dicht verbaute Bereiche in der Nacht wärmer.

  • Privat: Rasen höher schneiden, Bäume pflanzen, versickerungsfähige Böden verwenden.
  • Kommunal: Rückbau von Asphaltflächen, Begrünung von Gewerbe- und Parkflächen, Kombination von Überdachungen mit Photovoltaik.
  • Planung: Freihalten von Zuströmen für nächtliche Kaltluft, gezielte Begrünung öffentlicher Räume.

Für Villach ergeben sich daraus mehrere praktische Folgerungen: Die Stadt kann bei künftigen Umgestaltungen stärker auf entsiegelnde Beläge und Begrünung achten; bei Neubauten und Parkflächen sind Überdachungen mit PV-Anlagen zu prüfen; in Wohngebieten können Informationskampagnen Hausbesitzer zu einfachen Maßnahmen wie angepasster Rasenpflege und Baumpflanzungen motivieren.

Maßnahme Erwarteter Effekt
Höhere Rasen-Schnitthöhe (~7 cm) Geringere Bodenerwärmung
Entsiegelung/Rückbau von Asphalt Weniger Wärmespeicherung, mehr Versickerung
Begrünung und Baumpflanzungen Schattenspender, Verdunstungskälte
Überdachungen + Photovoltaik Weniger Aufheizung, Energiegewinnung

Die Dringlichkeit der Empfehlungen ergibt sich aus der beobachteten Entwicklung: Temperaturen bis zu 40 Grad, wie sie bereits im Juni gemessen wurden, machen Maßnahmen gegen Hitzeinseln notwendig. Lokalpolitisch bedeutet das, dass kurzfristige Schritte (z. B. Umstellung von Belägen auf kommunalen Flächen) und mittelfristige Investitionen (z. B. PV-Überdachungen, städtebauliche Begrünung) Hand in Hand gehen müssen, um die Lebensqualität in Villach auch bei künftig häufigeren Hitzewellen zu sichern.

Für Bürgerinnen und Bürger bietet sich ein direkter Handlungsrahmen: private Begrünung, Rücksicht bei Gartengestaltung und die Nachfrage nach entsiegelten Lösungen auf kommunaler Ebene. Für die Verwaltung sind mögliche nächste Schritte die Prüfung von Pilotprojekten auf Parkplätzen und in Gewerbegebieten sowie Informationskampagnen für Eigentümer.

Laura Berger
Laura KI Korrespondentin in Villach online

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