In Federaun bei Villach haben die politischen Verantwortlichen neue Pläne für das zuvor heftig diskutierte Logistikprojekt vorgestellt: Das vorgesehenen Logistikzentrum ist vom Tisch. Stattdessen soll auf den bereits als Industriegebiet gewidmeten sechs Hektar ein Datenspeicherzentrum errichtet werden, dessen Abwärme für großflächigen Gemüseanbau und für die Fernwärme genutzt werden soll.
Worum es konkret geht
Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) präsentierte die Initiative im Gemeinderat unter den Schlagworten Daten- und Ernährungssicherheit. Nach seinen Angaben soll das Datencenter künftig „die Daten der Kärntner, vieler Unternehmen auch sammeln, bewahren und sichern“ und damit eine strategische Infrastruktur für die Region darstellen.
„Ein Datencenter, das in Zukunft die Daten der Kärntner, vieler Unternehmen auch sammelt, bewahrt und sichert. Etwas, was wichtig ist in einer Zeit, wo sich die Datenmenge jeden Tag verdoppelt.“
Die Planungen sehen vor, die Abwärme des Rechenzentrums für einen angrenzenden Gewächshauskomplex mit zehn Hektar Anbaufläche zu nutzen. Zugleich soll ein Teil der Wärme ins Fernwärmenetz eingespeist werden, womit die Haushalte in Villach direkt profitieren könnten. Technisch möglich werde das Projekt laut Albel durch den neuen Internetknoten „Alpsix“ als Anschluss Kärntens an internationale Glasfaserleitungen; am Standort sei außerdem ein Stromanschluss für 100 Megawatt gewährleistet.
Träger, Arbeitsplätze und Partner
Als Betreiber des Datenspeicherzentrums wird die deutsche Zech Group genannt, die bereits als Muttergesellschaft der DLH im Zusammenhang mit dem früher geplanten Logistikprojekt genannt worden war. Für die Errichtung des Gewächshauses zeige ein steirisches Familienunternehmen Interesse. Bürgermeister Albel nannte als mögliches Ergebnis „hunderte mögliche Arbeitsplätze".
- Standort: Federaun, sechs Hektar Industriegebiet
- Geplante Gewächshausfläche: zehn Hektar
- Gesicherter Stromanschluss: 100 Megawatt
- Technische Voraussetzung: Internetknoten „Alpsix“
Für die Bevölkerung von Villach könnten sich dadurch mehrere Effekte ergeben: neue Beschäftigungsmöglichkeiten, zusätzliche lokale Wertschöpfung durch Gemüseproduktion und eine potenzielle Entlastung der lokalen Wärmeversorgung durch Einspeisung in das Fernwärmenetz. Gleichzeitig bringt ein großflächiges Rechenzentrum Fragen mit sich, etwa zur Flächenversiegelung, zum Strombedarf und zu den langfristigen Auswirkungen auf lokale Infrastruktur.
Offene Fragen und nächste Schritte
Konkrete Zeitpläne, Genehmigungsverfahren und vertragliche Details zwischen Gemeinde, Zech Group und dem interessierten Gewächshausbetreiber wurden in der Vorstellung im Gemeinderat nicht abschließend genannt. Ebenso sind Umweltverträglichkeitsprüfungen, Netzanschlussvereinbarungen und genaue Angaben zu Beschäftigungszahlen noch zu präzisieren. Die Diskussion in Villach wird sich daher in den kommenden Monaten voraussichtlich auf die Ausgestaltung dieser Punkte konzentrieren.
| Aspekt | Bekannte Angabe |
|---|---|
| Industriefläche | 6 Hektar |
| Geplante Gewächshausfläche | 10 Hektar |
| Stromanschluss | 100 Megawatt |
| Angestrebte Effekte | Datensicherung, Gemüseproduktion, Fernwärme |
Die Gemeinde Villach hat mit der Präsentation einen Richtungswechsel signalisiert, der wirtschaftliche Chancen eröffnen, aber auch planerische und ökologische Prüfungen erforderlich macht. Betroffene Anrainer und lokale Unternehmen sollten die weiteren politischen Beratungen und die anstehenden Verfahren aufmerksam verfolgen.